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Dienstag, 7. Mai 2013

The most beautiful sunset....

Okay – der Regen ist erstmals weg – die Motorräder stehen noch vorm Haus. Alles gut. Gefrühstückt wird Ralf möchte mir noch einen Strandtag schenken, also suchen wir ein Hotel raus, 800 m zum Strand in Pakostane. In Trogir trinken wir einen Cafe und beäugen misstrauisch die sich auftürmenden Wolken. Also wieder ist die Jadran Magistrale unser Begleiter. Das Navi meint wir sind da – und prompt vorbeigefahren. Okay wie beschrieben Restaurant mit dabei. Nur liegt das Etablissement direkt an der Hauptstrasse – das wäre kein Problem, aber die 800 m zum Strand, aber ehr Höhenmeter, wir schauen uns das Zimmer an, 3 Stock Meerblick wie versprochen. Dann schauen wir uns gegenseitig tief in die Augen und beschließen – es ist zwar günstig aber bleiben möchten wir nicht. 
im Cafe um die Ecke, Ralf bestellt Cappucino und ich besorge beim Bäcker Gebäck. Wir sind direkt an einem kleinen Stadtteilmarkt. Schön – solche Ecken findet man nicht im Reiseführer.
Also weiter, in Biograd na more suchen wir eine Slasticarna – aber nur Cafes und entschließen uns noch weiterzufahren. Kurz getankt und gekuckt, es sind nur noch 30 km bis Zadar – versuchen wir dort unser Glück, das Wetter macht nicht den Eindruck das heute ein Strandtag wäre. In Zadar lotse ich Ralf erstmal auf einen Parkplatz, und dann rein in die Stadt. Das Wetter wird gerade schlechter und wir entscheiden uns zu kucken ob wir eine Bleibe finden. Ab in die Touristinfo – die Dame versteht ihr Geschäft ohne Computer weiß sie gleich eine Bleibe und ruft dort an. Slavica die Besitzerin holt uns dort ab und meint wir sollen es uns anschauen. Zentraler geht kaum, ein älteres Wohnhaus – oberster Stock ohne Lift, ich zähle Stufen – so um die 100 und wir sind über den Dächern von Zadar mit einer Dachterasse. 

Schnell in die Augen geschaut und entschlossen – hier bleiben wir trotz Stufen. Wir dürfen im Innenhof parken, und laden ab und tragen uns Gepäck nach oben. Glücklicherweise haben ich vor paar Tagen optimiert und muss nur eine Tasche raufbringen. Während wir es uns gemütlich machen geht ein Schauer nieder – perfektes Timing. Frisch geduscht machen wir uns auf die Stadt zu erkunden, das empfohlene Cafe mit Kremschnitte ist auch bald gefunden und wir wärmen uns beim Cappucino und einem Schnittchen auf. Igendwann wird der Regen weniger und wir schauen uns um.
Etwas spazieren gehen sich die Meeresorgel ansehen und die Stadt erkunden. Ein Werbeplakat mit Alfred Hitchcocks Konterfei mit folgendem Ausspruch "The sunset of Zadar is the world’s most beautiful and incomparably better than in Key West, Florida." macht uns neugierig das wir uns selbst überzeugen wollen. 
Vor Sonnenuntergang stehen schon etliche Personen am Ende dieser Halbinsel und warten auf den großen Augenblick. Ganz ehrlich dieser Sonnenuntergang hat wirklich was, wir haben etliche Bilder geschossen, mit manchen sind wir zufrieden. Ralf hat sich königlich amüsiert das meine kleine Digicam einen „Sonnenuntergangsmodus“ hat – ich nehme gern die kleinen Helferlein in Anspruch und das Ergebnis gibt mir recht.



The most beautiful sunset in the world.

Montag, 6. Mai 2013

Gefühlt am weitesten weg von zuhause.... und wohnen wie die Einheimischen

Gesternabend haben wir noch diskutiert ob wir Nacht- oder Morgensbilder von Dubrovnik machen, Nacht war die bessere Idee. Heute morgen ist diesig. Erstmal geht es wieder raus und nach Herzegowina. Der Grenzübergang ist klein und es scheint das hier mehr Leute umkehren als das sie ins Land reinkommen. Zumindest von den Kroaten vor uns, Deutsche – alle Papiere dabei und schon sind wir durch. Ralf würde endlich gern einen Frühstückskaffee haben, sieht hier schlecht aus. Auf der
Strecke zwischen Trebinje und Ljubinje gibt es zwar einige Ortsschilder, aber die Orte verstecken sich abseits in den Bergen. Irgendwann entdecken wir doch ein Restoran, und werden sehr freundlich begrüßt und erfahren das es auf diesen 60 Kilometern gerade 500 Einwohner gibt. Einer erzählt das bei ihm im Dorf 28 Leute wohnen, überlegt kurz und korrigiert auf 26.
Hier präsentiere ich Ralf meine Überraschung, er wollte nach Mostar, aber weil er meinte das es zuviel Zeit kostet wurde das verworfen. Von dort wo wir gerade sind, wäre Mostar gerade mal ein Umweg von 40 Kilometern und schon ist Ralf überzeugt und wir fahren Richtung Mostar. Leider türmen sich immer mehr Regenwolken auf. Vor Mostar flüchten wir in eine Tankstelle, tanken und überlegen ob wir die Regensachen anziehen. Es hört schon wieder auf, wir riskieren es.
In Mostar angekommen finde ich im Navi unter den POI den Stari most, die alte Brücke – da wollen wir auch hin. Mr. Garmin ist überzeugt das man dort drüberfahren kann – ich nicht. Schon vor dem Krieg war das Fussgängerzone und ich möchte auch nicht über die Brücke fahren so wie ich sie in Erinnerung habe. Wir folgen doch lieber den Schildern, für 10 Konvertible Mark parken wir am Anfang der Laufzone. Viel los und und der Himmel noch grau – die Brücke ist nicht zu verfehlen. Nachdem sie 1993 im Bosnienkrieg zerstört und 2004 wieder aufgebaut wurde ist sie seit 2005 Unesco Weltkulturerbe. Ich vergleiche meine Erinnerungen von damals mit dem heutigen Ergebnis und bin zufrieden, nur die Stufen waren viel ausgetretener, aber das kommt daher das ich nun auf neuen
wandle. Leider hat es immer weiter zugezogen, kaum aus Mostar raus entern wir eine Tankstelle, und ziehen gleich die Regensachen an. Gute Idee – es beginnt nämlich auch kurz darauf zu gießen. Jetzt geht es wieder nach Kroatien, und dann nach Split, gestern abend haben wir nämlich noch ein Zimmer gebucht, diesmal nicht direkt Innenstadt, wohnen wie bei Einheimischen. Wir kommen dort an, kein Schild – niemand da – Ralf ist etwas angefressen. Ich geh rein und frag mich durch, nette Nachbarn erklären mir die Dame hat noch ein Appartment und ich werde dorthin geleitet, leider auch keiner da. Dann hat man die glorreiche Idee im Cafe um die Ecke nachzuschauen, und tatsächlich da sitzt unsere Vermieterin. Sie hat uns eine Mail und SMS geschrieben, aber unterwegs schauen wir da natürlich nicht drauf. Aber wir haben die gefunden, wohnen wie bei den Einheimischen im Plattenbau. Ein winziges Bad, eine Küche und zwei Betten – das reicht. Erinnert mich an die Wohnung meiner Babicka in Tschechien.
wohnen wie die Einheimischen
Duschen, frisch machen und ab in die Stadt. Es herrscht Festtagsstimmung, morgen findet ein Fest zu Ehren des Stadtheiligen Sveti Duje statt. Die Promenade ist mit Marktständen besiedelt, am Obstmarkt sind mittelalterliche Stände und ich ziehe Ralf zu meinem Lieblingsplatz – das Cafe Luxor direkt vor der Kathedrale, und weil wir schon gelernt haben das gerade Ostern ist findet auch gerade die Ostermesse statt. Zwei Espresso kosten hier 24 kuna, das ist für diesen Platz voll in Ordnung, Ralf ist positiv überrascht.
Der Abend ist toll, wir versuchen unser Glück abseits der Ameisenstrassen um etwas zum Essen zu fangen, aber da ist wirklich nix. Bis auf einem Künstler mit einem der ältestens Häuschen in Split. Küche, Bad und Wohn-/Schlafzimmer – alle nur von aussen betretbar, Wände knapp einen Meter dick und laut der Stadt darf er auch nicht „aushöhlen“ um etwas mehr Raum innen zu gewinnen.
Ralf fängt sich einen Sis Kebap auf die Hand, jetzt bekomme ich auch Hunger. Ich nehme die nächste Imbissbude wo sich die Leute drängeln und bis auf die Strasse stehen, ich hoffe der Grund ist das leckere Essen. Frische Cevapi im Fladenbrot mit Zwiebeln und Ajvar – super lecker J.
Dann fallen schon die ersten Tropfen – die Menschen flüchten und wir ebenso Richtung unseres Plattenbaus.
Einigermassen trocken erreichen wir das Zimmerchen und legen uns ab, es donnert und blitzt und schüttet in Strömen. Irgendwann tut´s einen Schlag – der Blitz ist direkt vor dem Haus eingeschlagen, selbst die Fenster zittern von der Druckwelle, ich husche zum Fenster und lehne mich entspannt zurück als ich die Motorräder sehe. Irgendwie hatte ich die Vision von brennenden Motorrädern. Beruhigt krieche ich wieder ins Bett. 


Split








Sonntag, 5. Mai 2013

Perle der Adria

Die Sonne brennt bereits am Morgen, und in der Nacht hat ein Kreuzfahrtschiff in Kotor angelegt, wir holen schnell die Motorräder, diesmal natürlich mit Helm und dann bringen wir stückweise das Gepäck an. Manchmal ist ist es geschickter außerhalb der Stadtmauern zu parken. Aber wir haben ja daraus
gelernt und gestern abend noch ein Zimmer in Dubrovnik außerhalb der historischen Altstadt gebucht. Es geht um die Bucht von Kotor, dann wollen wir über das bosnische Hinterland wieder an die Küste. Hmmm – wollen wir – aber unsere Navis machen uns einen Strich durch die Rechnung, über Bosnien ungern, ansonsten über eine antike Römerstrasse, das lassen wir mal. Also doch über die Jadran Magistrale, läßt sich gut fahren, erstaunlicherweise nicht so viel Verkehr. Jetzt geht es nach Kroatien, die Grenzer lassen sich etwas Zeit, glücklicherweise ist es etwas bewölkt und somit nicht so heiß beim Schlagestehen. Kaum sind wir über die Grenze rüber schon brechen die Wolken auf und die Sonne kommt raus. Jupiduuuu – nach Dubrovnik ist es nun nur noch ein Katzensprung.
vor den Mauern von Ragusa
Ujujujuu – das Navi meint das wir zu unserer Übernachtungsmöglichkeit links in die Baustelle abbiegen sollen. Nene – dann lieber eine Runde um den Block und versuchen von der anderen Seite einen Zugang zu finden. Hmmmm – von hier aus noch 30 m – stufen raus – Zumo und 62st sind sich einig das man da reinfahren kann. Schön ohne mich – neuer Versuch, nur doof das wir uns in einer Einbahnstrasse befinden, knappe 8 km später sind wir wieder auf der Magistrale. Also gut noch ein Versuch. Diesmal bleiben wir bei der Baustelle stehen, ich warte und Ralf trabt die Treppe runter. Die Hausnummer die ich ihm gesagt habe gibt’s nicht, ich schau nochmal nach – ops nicht 46 sondern 16 – in Ralf Augen blitzt Mordlust auf. Es ist richtig heiß, die Klamotten tun ihr übrigens und er wandert die Stufen rauf und runter. 
ein Gummibaum hat überall platz
Er versucht es nun nocheinmal und kommt nach guten 10 Minuten wieder. Hausnummer gefunden aber kein Schild auf Zimmer, keine Klingel dort, aber zufälligerweise Gäste die reinwollten und die erklären ihm das er bei einer anderne Adresse kucken soll weil dort die Rezeption wäre. Wieder geht’s in die Einbahnstrasse, ach hier ist Rezeption für die Zimmer eine Strasse weiter, hätten wir nie gefunden.
Nachdem Ralf ein bisschen rummosert gibt’s wenigstens eine Orangata und ein Stück Kuchen. Mit zweimal laufen habe ich meine ganzen Gepäckstücke die Gasse raufgeschleppt. Duschen und dann erstmal Stadtbesichtigung. Wir nehmen meine Q da sie sowieso noch umgeparkt werden muss. Vor einem Stadttor erspähe ich Rollerparkplätze, mit meinem Topcase fallen wir garnicht auf und stellen uns dazu.
Rein durchs Tor und feststellen – verdammt viele Stufen, und die müssen wir später irgendwann wieder rauf. Egal und auf ins Getümmel. Jetzt Anfang Mai ist schon einiges los, im Hochsommer möchte ich hier nicht sein. Touristenhochburg – Ralf möchte einen Espresso auf dem Stradun – setzt sich gleich ins erste Cafe und nachdem ich kurz die Preisliste konsultiere suchen wir uns ein anderes Cafe in einer Seitenstrasse, 22 Kuna für den Espresso sind happig – in der Seitenstrasse nur noch 8 Kuna. Erst mal zum Hafen, es werden Bootstouren angeboten, Ralf erkundigt sich nach der letztmöglichen Fahrt, 17h. Ralf meint da könnten wir gutes Licht zum fotografieren haben. Aber so machen wir erstmal die Stadt unsicher, rauf zur Stadtmauer an der Seeseite, lt. Reiseführer solls einen Mauerdurchbruch zum Stadtstrand geben. Den finden wir nicht aber durch eine Tür kommt man zu einer Bar mit Strand :) merken für später. 
Lignje na zaru
Es geht treppauf und -ab, irgendwann finden wir das Haupttor durch das die Touristenmassen in die Stadt eindringen, vorsichtig schauen wir raus – etliche Reisebusse stehen dort und entleeren ihre Fracht. Nix wie weg. Schon 20 vor 5 – schnell zum Hafen. Dort erfahren wir das wir noch 2 Mitfahrer brauchen das das Schiffchen überhaupt fährt. Die nette Dame meint das wir 5 vor 5 nochmal kommen sollen, sie fängt noch die nötige Anzahl an Kunden damit wir ablegen können. Tatsächlich fast pünktlich fahren wir los, erst um die Stadtmauer und dann an die vorgelagerte Insel Lokrum. Das ist der Strand von Dubrovnik, Bötchen pendeln dorthin im 10 Minuten Takt und die Sonnenhungrigen liegen auf den Felsen.
Stradun
So jetzt wird es langsam Zeit sich ein Abendessen zu fangen. Hier will ich endlich meine Lignje na zaru genießen. Nachdem wir alle Restaurants mehrmals angekuckt haben fällt die Wahl auf eine Konoba in einer Seitenstrasse. Eigentlich sind wir gegen Tourist Menu – aber hier versuchen wir es und werden nicht enttäuscht. Ralf nimmt als Vorspeise Pagski Sir und ich luftgetrockneten Prsut, als Hauptgericht Grossmutters Spezialität und für mich Lignje na zaru und als Nachtisch Palatschinken mit Zitrone und Zucker und mit Schokolade. Vor- und Nachspeise teilen wir, das Hauptgericht darf jeder selbst vernichten. Jetzt noch den lauen Sommerabend genießen und dann geht’s wieder zum Möppi, es steht immer noch unauffällig unter den Rollern, es geht erst raus aus der Stadt und wir versuchen ein paar Nachtaufnahmen von Dubrovnik zu machen, was nicht leider nicht so zufriedenstellend wird wie vorgestellt. Jetzt noch die Treppen bis zur Unterkunft und müde ins Bett fallen. 
Dubrovnik bei Nacht

Samstag, 4. Mai 2013

Tausend Kurven und Meer

Endlich wieder eine gute Nacht, lange geschlafen und tatsächlich die Ecke der Decke verteidigt.Ein kleines Frühstück, und dann los. Wir verlassen Podgorica auf einer Hauptausfallsstrasse, Tankstelle reiht sich an Tankstelle. Die Strasse wird etwas schmaler und wir gelangen an das Skadarske Jezero. Die Europastrasse fährt an einem Eisenbahndamm parallel durch den See, an der Festung Lesandra vorbei. Schwierig hier zu fotografieren, keine Haltemöglichkeiten auf dem Damm, na dann machen wir uns mal schmal und bleiben trotzdem stehen.
bei Virpazar
Lesandra
In Virpazar biegen wir ab, Ralf will zu einer Burg rauf. Ich beäuge den Weg und erkläre das ich gern hier unten bleibe, es führen nur zwei erdige Spurrinnen den Berg hinauf. Lieber folgen wir dem Sträßchen und an einem Aussichtspunkt wieder Fotostopp und dann zurück in den Ort zum Limunada und Espressotrinken. Die sind um ihre Gäste bemüht, wir bekommen Schmalzgebäck zum naschen und dann noch Geschenk des Hauses, Salbei und eine Jasminblüte. Gut das im Topcase soviel Platz ist.

Weiter geht es nach Petrovac na more, ein Blick auf das Meer und dann weiter wieder in die Berge nach Cetije, hier auf eine zauberhafte mit Serpentinen gespickte Strasse, kaum Verkehr, wo sind denn bloß alle? Gefunden – in Lovcen stehen mehrere Reisebusse mit ihren Passagieren die gerade Mittagspause machen und einkaufen. Schnell weiter. 
Erster Blick auf die Bucht von Kotor
Als wir endlich die Bucht von Kotor vor uns sehen gönnen wir uns ein Päuschen mit ausgiebigen Fotostopp. In einer Höhle sind hunderte Mauersegler beschäftigt mit Nestbau. Ein Dacia Duster ist das einzige Fahrzeug das uns passiert. Ralf hat noch eine Idee für ein Foto – ich würge ihn abrupt ab – Reisebuss, schnell weg.
Wir schaffen es auch vor dem Bus weg zu sein. Das war auch gut so, die nächsten Kilometer sind die Chancen soetwas zu überholen fast null. Wir laufen auch prompt auf den Duster wieder auf, der uns aber vorbeilässt, aber ansonsten leere Strassen. Umso weiter wir uns dem Meeresspiegel nähren, umso mehr kommt uns entgegen, auch ein LKW. Da möchte ich gern Mäuschen sein wenn der auf den Bus trifft. 
Kurz vor Kotor beschließen wir noch eine Runde um die Halbinsel zu drehen. Die Strasse wird instandgesetzt , es steht ein Bagger im Weg also zurück. Ralf überlegt nochmals und meint er versuchts und gibt mir per Funk Bescheid ob er durchkam und er würde ggf. mein GS am Bagger vorbeimanövrieren. Er kommt vorbei, und ich folge mit zusammengebissenen Zähnen, jetzt sind es schon zwei Bagger, nicht wackeln, grade und durch. Da läuft mir Ralf schon entgegen und fragt grinsend wenn ich schon selbst durchfahren will warum er in der Mittagshitze mir entgegenlaufen muss. Die Bauarbeiter rufen uns zu das die Baustelle nur 2 km lang ist, knappe 7 km später haben wir Asphalt und fast die Spitze erreicht. Auf einmal wir die Strasse breiter, ach es gäbe hier auch eine Fähre. 
Kotor
Über eine breit ausgebaute Strasse und einem Tunnel durch den Berg landen wir wieder in Kotor. Nun suchen wir unser Hotel. Hmm Garmin hat seine Hausaufgaben nicht gemacht, Kotor ist autofreie Zone und man kommt nicht wirklich in die Stadt rein. Bei der Touristinfo außerhalb der Stadtmauer fragen wir nach, aha – wir sollen draußen parken und dann reinlaufen. Mit den GSen geht das ja, rauf auf den Bürgersteig und sich zu den Rollern gestellt. Dann durch ein Tor in die Stadt und wir landen quasi vor unserem VG Guesthouse. Schickt – schon mal den ersten Teil reinbringen und nachfragen ob wir so stehen bleiben können. Besser draussen auf der anderen Seite des Hafens, da sind die Plätze wohl gratis und kein Risiko. Na gut – erst erfrischen und dann umparken.
unser Quartier
Dabei sponsern wir gleich die montenegrinische Polizei, für die 100 m haben wir keinen Helm aufgesetzt und werden prompt zur Kasse gebeten. Ralf verhandelt und wir buchen das als Spende ein. Jetzt aber gemütliches Sightseeing und Restaurantsuche. Preistechnisch haben sich alle abgesprochen. Dann können wir auch hervorragend im Astoria Restaurant speisen.
Jetzt noch ein Bier in einer kleinen von Einheimischen stark frequentierten Kneipe und bissl Reisepläne für morgen schmieden und genießen.
22:00 – gefühlte 22 Grad – herrlich......

Freitag, 3. Mai 2013

Tara-Schlucht und Podgorica

Das Schiffschaukelbett ist nichts für mein geplagtes Kreuz, es ist hell die Klimaanlage surrt, senkt aber nicht merklich die Temperatur, die Wolldecke kratzt. Augen auf – Uhr kucken – 6:00 Uhr – ab 7:30 gibt es Frühstück. Hin und herwälzen – 6:30h na dann hol ich mir mal den PC und surf ein bisschen. Die Kiste fährt hoch – oh Schreck laß nach – es ist erst 5:35 – ich habe mich auf meiner Armbanduhr gelinde verkuckt.

Tara-Schlucht
Na dann, online bissl in Facebook, Emails gecheckt, Wetterbericht gekuckt, Spiegel gelesen, Geocaches auf der Strecke gesucht ......
7:30 Ralf wacht langsam auf, kurz nach Frühstück um 9h sind wir schon unterwegs, erst tanken und dann Richtung Tara-Schlucht. Es ist diesig, keine Sonne und im Gegensatz zu den letzten Tagen gefühlt kalt. Ein Spaziergang über die Brücke mit Beweis-Geocachefoto, dann geht es weiter die Schlucht entlang. Der Winter scheint noch nicht so lange her zu sein, es liegen teilweise Steine auf der Fahrbahn und es gibt einige tiefe Löcher. Ich fahre Slalom – Loch, Loch, Stein, Loch, Stein, großer Stein, Wasserpfütze.....
Die Strecke aber selbst ist traumhauft. Am Ende der Stadt landen wir in der Nähe von Kolasin, von hier
Regen
geht es auf die wieder auf eine Europastrasse, als wir für eine kurze Cafepause anhalten beginnt es zu gießen. Grummel – erst wollen es aussitzen, dann ergeben wir uns dem Schicksal und holen die Regenkombis und ziehen diese an. Die Europastrasse ist fast genauso kurvig wie die durch die Schlucht. Etwas breiter und viel mehr Verkehr. Langsam wird es trockener – und wir sind dann auch kurz vor Podgorica. Hier spinnt mein Navi total, Strassen wo es keine gibt und andersherum. Glücklicherweise haben wir vom Hotel die Koordinaten eingespeichert. Nur noch 20 m entfernt und wir sehen es nicht. Links von uns nur Schotter, achso das ist die Strasse und nun sehen wir auch das Hotel. In dieser Ecke trifft uns der Rosengarten und das viele Grün unerwartet. Der erste Eindruck von Podgorica – grau.
Millenium-Brücke Podgorica
Aber egal, duschen – umziehen – mit dem Taxi für 2 Euro in die Innenstadt und sich mal hier umschauen, die Gegensätze sind krass. Ich gönne mir Palacincky Keops (Eurokrem, Jabuka, Orasi) auf die Hand. Lecker :) Dann schlendern wir mal die Flaniermeile entlang, umso später umso mehr los. Den Tip im Reiseführer finden wir nicht. Restaurants finden wir auch nur weniger, hauptsächlich Bars und Cafes. Zu essen meist Pizza und manchmal auch Pasta. Ralf entdeckt ein Lokal, und dort bestellen wir als erstes Bruchetta Mix (Americana – thousandisland Dressing mit Schinken und Käse, Tuna – Thunfisch mit Sahne und Mozzarella, Vegetaria – mit Tomaten und Spezial – Olivenpaste und Kulen-Salami) dann noch Pasta mit Thunfisch und pappsatt fangen wir uns noch ein Eis – das geht immer und dann wieder mit dem Taxi zurück ins Hotel.
Flaniermeile
Nachdem wir die Tagesdecke runter haben, stellen wir fest es gibt nur eine Decke. Ich sichere mir eine Ecke, anstelle des Kopfkissens nehme ich mein Handtuch, die Kissen sind mir zu hart.

Donnerstag, 2. Mai 2013

Es grünt so grün.....

Aufstehen, vorpacken, frühstücken, aufrödeln und los. Bis sich die Navis einig werden kreiseln wir durch Belgrad bis wir die richtige Strasse erwischen. Kurz hinter Belgrad gehen wir auf eine der kleinen Strassen parallel der Europastrasse. 

Verdammt viel grüne Landschaft, halbleere Strassen, wir fahren über Barajewo nach Lazarec, dann auf der M4 und tanken hier auch und dann geht es über die M21 über einen kleinen Pass nach Poznaga. Hier lasse ich mich irrleiten und lande auf der M21-1 anstelle auf der M21. Naja dann halt wieder eine kleine Querstrasse zur Hauptstrasse – wieder wunderschön. 

Am Zlatarske Jezero vorbei und Richtung montenegrinischer Grenze. Kurz vorher noch eine kleine Vesperpause und dann geht’s weiter. Der Serbe prüft gewissenhaft, der Montenegriner ehr grantig. Ich nehms persönlich. Montenegro begrüßt uns mit Wind, aber kein Wunder, wir sind ja nun eine Ecke höher als vorher und es wir auch merklich kühler.
In Pljevlja entdeckt Ralf auch gleich das Schild zum Hotel Oaza – das hatten wir gestern auch gefunden, aber keine Bilder im www, also nicht gebucht sonderen als Option im Hinterkopf gehabt. Jo – paßt für eine Nacht. Bad unter Wasser setzten und erstmal was essen, dannach noch bisschen durch die Stadt bummeln und anschließend wieder Zimmersuchen im Internet für morgen und buchen und bissl schreiben – mal ein ruhiger Tag :)

Mittwoch, 1. Mai 2013

Motofreier Tag

Sava - Donau
Sightseeing, faulenzen und die Sonne genießen, mehr steht nicht auf dem Plan. Zur Abwechslung ein Frühstück im Hotel. Mal wieder etwas herzhaftes anstelle der süssen Teilchen.
Ein Spaziergang durch die Fussgängerzone, ich zweige zu einer Kirche ab und dann weiter Richtung Festung und Park. Soviel grün in so einer riesigen Stadt, der Ausblick über die Stadt, Sava und Donau ist herrlich. Wir beschließen heute abend auf die andere Seite der Sava zu fahren und Bilder von der beleuchteten Festung und dem Zusammenfluss zu machen. 

Nun wieder ins Getümmel der Knez Mihailova ulica, etwas bummeln und kucken was so alles am Feiertag geöffnet hat. Im Terranova grinst mich ein Handtasche an, aber die muss ich mir noch wirtschaftlich reden. Dafür wird Ralf im Zara fündig, einen Gürtel mit drehbarer Schnalle. 
Da wir heute abend zur anderen Seite der Sava wollen, schauen wir ob wir mit der Tram auf die
Baukasten Limunada
andere Seite kommen. Nachdem wir dies gecheckt haben, drehe ich unseren Weg so das wir nochmals am Terranova vorbeikommen und die Handtasche doch mitdarf. Ein Capppucino und eine Selbstbau-Limunada zum stärken, und mit der Tramvaj 2 Richtung Hotel. Diesmal aber absichtlich in die andere Richtung da die 2 ja im Kreis fährt, so machen wir eine Stadtrundfahrt :) Lustigerweise gibt es einen Halt zwischen den Haltestellen wo der Fahrer aussteigt – Minipause macht und dann weiterfährt.
 
Wir steigen beim böhmischen Viertel aus, und schlendern diese alte Strasse entlang und trinken Kava und Limunada (mein derzeitiger Favorit). Von hier können wir weiter bis zum Hotel laufen und checken gleich dabei wieder einen Tipp von Spotted – das Little Bay – spannend – merken für heut Abend. Wie im Theater kann man hier speisen.
Erstmal nun Hotel und bissl entspannen, Routenplanung und Hotels für morgen kucken, leider gibt das Internet wenig für Pljevlja her. In unserem Hotel werden wir tatkräftig unterstützt bei der Zimmersuche, fazit – hinfahren und kucken.
Jetzt etwas frisch machen und wieder in die Stadt, wir entscheiden das Little Bay zu testen. 3 kleine Gerichte, die voll und ganz gereicht haben. Nun wieder in die Tram 2 und runter zur Brücke an der Sava. Wir haben nämlich beschlossen zu Fuss die Sava zu überqueren – ist ja nur 250m breit.
Kaum auf der anderen Seite angekommen, stellen wir fest das die Entscheidung zuerst zu essen und
dann fotografieren zu gehen genau richtig war. Die ganzen Restaurant/Party-Boote an der Sava sind gerade mit Instandsetzungsarbeiten vom letzten Hochwasser beschäftigt – ein großer Teil der Stege zu den Booten stehen unter Wasser.
Kaum ist die Sonne verschwunden stürzen sich die Mücken auf uns, mit einem nicht geringem Bluteinsatz sind schöne Bilder gelungen.
Schnell wieder auf die andere Uferseite, nun nehmen wir wieder die Tram zur empfohlenen Kneipenstrasse. Aber wir landen wieder im Smokvica, und leeren erstmal einen ganzen Krug Limonada mit Zitronen und Minze. Der Abend ist so entspannend das wir den zweiten Krug mit einer anderen Variante (Apfel und Ingwer) bestellen.
Laue Sommerabende in der Stadt mit guter Gestellschaft, tollen Getränken – fantastisch

Dienstag, 30. April 2013

Das Land der langen Dörfer

Die Sonne scheint, kurzer E-Mail-Check, Bericht bis gestern online gestellt, Wetter gecheckt, 30 Grad hier und am heutigen Etappenziel 32°. Nix Pullover, Shirt reicht, wir sicher richtig heiß werden.
Im Ort überfallen wir eine Bäckerei und setzten uns wie alle mit den Teilchen ins Cafe und ordern Kava s mlekom. Dann wieder zurück ins Hotel aufpacken, kurz nochmal die Route umstricken und pünktlich um 10Uhr sind wir wieder unterwegs. 


Erst ein Weilchen auf der kroatischen Seite, die Deiche an der Sava
werden immer höher, dann bei Orasije nach Bosnien. Noch tanken und dann über die bereits vertraute 14 weiter Richtung Osten. Unendlichviele Golf I und Golf II treiben sich hier rum, kein Wunder das die in Deutschland selten werden. Bei Bieljena geht es nach Serbien. Mein Navi kann diesen Grenzübergang nicht leiden – es weigert sich darüber zu routen, was für ein Glück das Ralfs nicht so zickig ist.

In Serbien gilt 80 km/h auf der Landstrasse, mal kucken wie die Einheimischen so fahren. Hier lernen wir auch das Stadtschild kennen. Erst kommt ein gelbes Schild mit Ortsnamen, hier darf man die 80 noch stehen lassen, aber wenn ein Schild mit so einem aufgemalten Städtchen kommt gilt 50. Berglern kenne ich als längstes Strassendorf Bayerns, hier erstrecken sich die Dörfer von Horizont zu Horizont. Langsam schmerzt meine Schulter und Gashand, kilometerweit ohne schalten und nur minimal drehen zwischen 50 und 80 km/h ist anstrengender als in den Bergen mit permanenten runter- und raufschalten. Hier wird viel gebaut, Zäune und Balkone in Edelstahl sind gerade in. Das wäre in Deutschland nicht bezahlbar. 

Kurz vor Belgrad landen wir auf der Haupteinfallsstrasse, 2-spurig fliegen wir an der Sava entlang in die serbische Hauptstadt.

Die Strassenführung um/über/unter der Gazela Brücke ist abenteuerlich. Prompt erwischen wir die falsche Spur und schon sind wir ganz anders als geplant. Kreiseln und das ganze nochmals. Ziemlich viel Verkehr und man muss seine Augen überall haben. Vor dem Hotel haben wir Glück das gerade ein Parkplatz frei wird, schnell belegen wir den mit unseren Qen. 

Ralf hatte bereits gestern die Idee zwei Nächte hier zu bleiben, aber erstmal wollen wir das Zimmer checken. Top – wir bleiben hier, morgen wird relaxt und gebummelt.
Raus aus den verschwitzten Sachen und duschen, ahaaaa tut das guuuuuut. 

Das Zentrum ist nur 300 m weg – aber wir sind noch nicht eingependelt auf die Stadt und laufen komplett in die verkehrte Richtung. Dabei entdecken wir die Straßenbahn und kapern diese und machen erstmal die Stadtrunde damit. Bei der Fussgängerzone steigen wir aus, und machen uns auf die Suche auf ein Lokal aus Spotted. Toller Tipp – aber nichts zu essen – und wir haben Hunger. Ab 20h gibt es live Jazz, wir kommen später aber erstmal das wichtigste ESSEN.

Beim Weg zurück zur Ameisenstrasse entdecke ich ein lustiges Terrassenlokal, kurz überlegen und schnell entscheiden, wir essen hier. Selbstgemachte Limonade mit Zitronen und Minze, ein Sommerweincocktail (Chardonnay, Gin, Campari, Trauben, Holunderblütensaft) lecker. Eine Käseplatte für Ralf und für mich ein libanesische Sharwana. Ich könnte den ganzen Abend hier bleiben. Dannach erstmal ein Spaziergang zur Tourist-Info die bis 21h geöffnet hat. Nix interssantes dort, also wieder zurück. Auf zur Jazzkneipe, vorher noch ein Eis gefangen und dann weiter. Wir bekommen sogar noch einen Platz und genießen den lauen Sommerabend, die Sommerärmel bleiben eingepackt.

Montag, 29. April 2013

Grenzgebiete

Brit-Hostel
Ich bin wieder zu früh auf – aber somit habe ich Gelegenheit den gestrigen Tag in den Computer zu bringen. Verdammt viel was wir gestern gesehen und gemacht haben.

Ralf dreht sich gemütlich um und ich trabe zum Britski Trg um die Ecke. Dort war ein Konzum und ich wollte wieder Wasser und Limo kaufen für Zwischendurch, beim Bäcker darf auch noch ein Baguette mit.

Der Plan ist im Hostel zu frühstücken, aber leider hätten wir das gestern anmelden müssen. Also schleife ich meinen schlaftrunkenen Freund zum Markt, an einer Bude fangen wir uns süsse Teilchen und an einem Stand zwei Cappucino. So gestärkt geht es wieder ins Hostel, packen, aufladen und los.
Ralf will noch zur Sava – die Navis drehen fröhlich durch nachdem wir sämtliche Hinweise zum abbiegen ignorieren. Wir landen auf einer Bundesstraße, nicht schön aber man kommt einigermassen vorwärts. 
Bei Sisak treffen wir wieder auf die Sava, nun ein Käffchen und die gleiche Strecke wie vor zwo Jahren in die Gegenrichtung. Zu den alten Holzhäuschen gesellen sich mittlerweile neue oder ganz andere. Oft sehen wir Sandsäcke an der Savaseite, und wenn man genauer hinschaut, scheint der Deich nicht gereicht zu haben und die Sava hat sich im Ort breit gemacht. Einige Fussballplätze stehen  unter Wasser.

Am Ende dieser traumhaften Gegend geht es nach Bosnien und Herzegowina.
Meine Routenplanung erweist sich als zu optimistisch, wo in Mapsource eine Strasse war ist nicht mal ein Feldweg, dann nehmen wir halt die M-14. Ja kann man fahren, allerdings alles grau in grau und irgendwie trostlos. Wir kommen nun nur noch selten an die Sava ran, aber viele Felder waren wohl erst vor kurzem noch überschwemmt. Am meisten machen mir die kilometerlagen Längsrillen in der Strasse zu schaffen.
In Bosanski Gradiske bin ich nur noch am nörgeln, mir gefällts hier nicht. Der Cappucino hilft bisschen die Laune zu heben, das Baguette aus dem Topcase tut den Rest. Ralf erkennt meine schlechte Laune und schlägt vor über Kroatien weiterzufahren. Ich reisse mich zusammen, auch wenn meine Route für die Katz ist, dann halt über die M14 und M16 bis Brod/Slavonski Brod. Nach dem Baguette ist auch besser geworden, und umso weiter man sich von der Grenze entfernt umso weniger heruntergekommen sieht es aus.
Bosnien ist günstiger als Kroatien, vielleicht finden wir hier auch eine Übernachtungsmöglichkeit. In Brod kreiseln wir, das Navi hat ein Hotel in den POIs – schade total unaktuell, das Hotel Sava ist vor etlichen Jahren dem Krieg zum Opfer gefallen....
Dann doch wieder auf die kroatische Seite der Sava, hier gibt es zumindest Hinweisschilder auf Hotels.
In Deutschland habe ich noch in booking.com nach Hotels geschaut, aber die Auswahl war mager, aber eines habe ich mir vorsorglich ins Navi programmiert. Das fahren wir testhalber an, Ralf gefällts, Zimmer ist frei und wir gönnen uns eine ausgiebige Dusche. Ein Traum, so durchgeschwitzt wie ich war.
Bosnien - Sava - Kroatien
Die Sobe Levicki liegt superzentral – keine 30m vom Hauptplatz entfernt, und am Ende des Platzes ist die Sava mit Blick auf Bosnien-Herzegowina. Aber erstmal was zu essen, so gestärkt will er ein paar Abenddämmerungsfotos von der Sava machen. Keine Abenddämmerung, nur etwas diesig und tausende Mücken die sich auf uns stürzen. Wir flüchten erstmal wieder ins Zimmer, warten bis dunkel wird und dann es nochmal mit dem fotografieren versuchen....
Viel besser, so und nun sitzen wir im Cafe und geniessen den lauen Sommerabend.

Sonntag, 28. April 2013

Winzige Straßen und eine Reise in die Vergangenheit

Kremscnite - so läßt sich der Regen ertragen
Es hat sich eingeregnet, na bravo. Nach dem ersten Aufwachen beschließen wir noch ein Weilchen liegen zu bleiben. Mist hat nix genützt, die Regenwolken haben sich nicht verzogen. Na dann, erstmal wieder in normale Sachen und ein Spaziergang zur Slasticarna. Das Frühstück ist lecker, Espresso, Cappucino, Rohlik und Bleder Kremsnite :-)
Zurück im Zimmer einpacken, in 2 Etappen die Motorräder beladen und sich dann in die Regenkombi pellen.

Startpunkt Sava
Als erstes geht es zu unserem Startpunkt dieser Reise, der Zusammenfluss von Velka Savica und Mala Savica zur Save. Diesen Fluss wollen wir bis Belgred begleiten bis er in die Donau fließt.

Dann zuckeln wir über kleinste Sträßchen am Fluss entlang, immer wieder führen Holzbrücken auf die andere Seite. Wenn es nicht regnen würde wäre das traumhaft. Aber die Landschaft ist trotzdem schön, sobald man von der Hauptstrasse runterfährt hat es nur noch winizige Sträßlein, ein Traum zum fahren.

Bei Ljubljana geht es ehr auf die Hauptstrasse zum umfahren, öfters wird die Save für Kraftwerke gestaut.
Die Regenwolken sind weg und wir schälen uns aus den Regensachen. In Krsko halten wir nochmal zum Naschen an und dann noch tanken. Es sind noch 20 km zur Grenze und insgesamt 50 bis Zagreb. Huch wieder einmal eine richtige Grenze mit Passkontrolle, dabei stelle ich fest das seit dem Tanken mein Tacho nicht mehr geht, 0 Kilometer stehen auf dem Tageskilometerzähler und die Tachonadel verweigert ihren Dienst.

Naja das Navi zeigt ja auch wie schnell mal fährt, aber es nervt mich. Gleich nachdem wir beim Brit-Hostel angekommen sind, schraube ich die Scheibe runter und versuch rauszufinden ob die die Tachowelle einfach gelockert hat. NIX – die sitzt so bombenfest das ich die nicht abbekomme. Ralf grinst nur über meinen Stress und checkt ein und trinkt den ersten Espresso.
Ich gebe mich geschlagen, ändern kann ichs nicht also einfach akzeptieren.
Duschen und ab in die Stadt. Ein lauer Sommerabend, ich schleppe Ralf auf meinen Spuren der Vergangenheit mit. Das letzte Mal in Zagreb war ich vor 20 Jahren...

Natürlich fahren wir die Zahnradbahn in die Oberstadt, laufen zur Markuskirche, zur Kathedrale und nun einfach durch die Fussgängerzone. Setzen uns am Trg bana Josipa Jelačića und lauschen einer Saxophonistin. Traumhaft. Ralf sucht in seinem „Spotted by Locals“ nach einem Lokal, weil Hunger haben wir beide. Ahja ist nicht so weit weg, als nix wie hin. 

Hmmmm – mir sieht es zu nobel aus, und Ralf meint overstyled. Also wieder zurück und rein in die Kneipenstrasse Ulica Ivana Tkalčića und werden dort auch fündig. - für mich einen Grillteller und für Ralf Brauereibratwürste. 

 
Ralf möchte noch ins Route 66, ist nur 1,5 km entfernt. Ich fange mir zwischendurch noch eine Riesenschokoeiskugel und wir laufen ins Neue Zagreb auf die andere Seite der Schienen. Ist ein gutes Stück zu laufen. Die Kneipe ist urig, erinnert mich ans Sandler Clubhaus, die Band ist gut, nur ich bin mittlerweile müde.
Für den Rückweg nehmen wir die Strassenbahn, leider schaffen wir es nicht ein Ticket zu lösen, der Automat ist zu kompliziert für uns.
Nun noch ein paar Meter und ab ins Bett. Ein ereignisreicher Tag geht zu ende....