Schnell noch Blick auf den Wetterbericht, nachdem ich gestern beim fahren doch leicht gefröstelt habe. Mhmm - sonnig soll es nicht werden. Frühstück ist gut, mit einer Einschränkung, es gibt keinen Toaster. Das ist für mich fast ein GAU - und ich weiche auf Cornflakes aus.
Heute doch lieber gleich mit dem dünnen Fleecepulli starten. Es gibt leider keine Alternative zu D010 ohne Umweg, also weiter auf der autobahnähnlichen E80.
Ralf hält an um zu fotografieren, und nachdem meine Q mich seit einigen Kilometern mit ABS-Geblinke erfreut mache ich sie aus, um sozusagen einen Reboot zu machen. Böser Fehler - ich drehe den Schlüssel und kein Strom mehr da. Uhr weg, alle Anzeigen, kein Klack - absolut nix. Also absteigen und Ralf bitten sie von hier wegzuschieben damit ich mal die Gepäckrolle abmachen kann um zu kucken warum meine nicht mit mir will. Kaum an die Batterie und den Unterbrecher gelangt (noch nicht gedreht) sind alle Lichter wieder da. Kurz nochmal festdrehen und dann wieder Sitzbank und Gepäckrolle befestigen und weiterfahren. War ja nichts schlimmes.
Zwischen Ordu und Giresun wird gerade ein Flughafen gebaut, etwas ins Meer gesetzt auf künstlichen Strandverlängerungen. Wahnsinn was da an Material bewegt wird.
Ralf meint nun das ihn auch etwas fröstelt und er den Pulli anziehen will, und vielleicht etwas Brot und einen Cay. Wir fahren nach Carsibasi und parken und werden auch gleich auf deutsch angesprochen und von einem ältern Herrn zum Cay eingeladen. In einem Cayhaus werden eiligst Stühle für uns herbeigeschafft und wir sitzen in einer sehr netten Runde. Ali der uns angesprochen hat erzählt uns das er vor 35 Jahren Berlin war. Dann gesellt sich noch jemand dazu - aus Kempten, total nett die Runde. Natürlich stehen wir Rede und Antwort - woher, wohin, wie gefällt es euch, eure erste Reise in die Türkei? Nach dem Tee verabschieden wir uns und fahren weiter. Ohne das Ralf seinen Pulli angezogen hat.
In Trabzon faszinieren uns die Abbrucharbeiten, ganze Häuserzeilen werden abgerissen und neue Hochhäuser gebaut. Ich bin immer über die Bauwut hier überrascht, die Hochhäuser schießen wie Pilze aus dem Boden. Jetzt schaffen wir es doch noch anzuhalten damit Ralf den Pulli anzieht. Mir wird auch langsam kälter und ich will nur ankommen, es hängt eine dicke Wolkendecke über dem Schwarzen Meer. Hoffentlich fängt es nicht das regnen an. Hin und wieder erhaschen wir einen Blick auf den Kaukasus. Vorfreude auf die nächsten Wochen.
In Rize fällt die Teefabrik ins Auge und ich sehe zum erstenmal Teefelder. Diese sind auf jedem dafür geeigneten Platz. Tee wäre sicher auch ein tolles Mitbringsel, aber wir sind erst eine Woche unterwegs. Vielleicht am Rückweg?
Das Hotel heute finden wir ziemlich schnell. Ralf checkt ein, kommt raus und meint nur etwas umstellen und ich soll schon mal einen Teil meines Zeugs reinbringen und an der Rezeption wird meine Pass benötigt.
Ich werde mit einem Willkommen und perfekten deutsch begrüßt. Toll - die Dame hat 2 Jahre hier deutsch gelernt und war 6 Monate in Deutschland. Respekt. Zimmerschlüssel, Wifi-Code und rauf ins Zimmer. Ich freu mich auf eine warme Dusche. Dusche kalt - Wifi geht nicht. Ralf geht runter um nachzufragen. Okay war das falsche Passwort, und wenn wir vielleicht irgendwohin wollen werden sie in der Zwischenzeit die Dusche reparieren. Auch recht.
Hier gibt es wieder mehr Kopftuchträgerinnen, aber auch sehr freundlich. Im Lale Lokanta wird extra für uns eine englische Karte hergezaubert. Hier kehren wir ein. Ich gönne mir eine Pide und Ralf etwas mit Lamm. Beim Nachtisch schlagen wir über die Strenge. Ich wieder eine Künfe und Ralf einen Mandelmilchreispudding. So wird die Verdauungsrunde etwas größer.
Jetzt sitzen wir gemütlich in der Lobby und tippen hier vor uns hin. Wir sind jetzt seit einer Woche unterwegs und haben 3.500 km geschafft und schon soviel gesehen. Ich bin gespannt wie es weiter geht.
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Freitag, 8. Mai 2015
Donnerstag, 7. Mai 2015
Kontrolle und ein technical stop
Heute beginnt der Tag wieder mit einem Frühstück über den Dächern der Stadt. Spannender Weise gibt es auch Pommes zum Frückstück. Da verzichte ich dankend drauf. Wetter ist traumhaft und wir sind wieder auf der E80 unterwegs Richtung Samsun.
Hier geraten wir auch in eine Trafik-Control. Erst wollen sie den Führerschein. Es wird darin eifrigst geblättert, Bildchen und Buchstaben verglichen. Dann wollen sie noch den Fahrzeugschein. Wieder wird gerätselt welche Angabe was ist, aber alles in Ordnung und wir dürfen weiterfahren.
Die D010 ist ausgebaut wie eine Autobahn, oft genug queren Fussgänger diese. Um über den Graben zwischen den beiden Fahrtrichtungen zu kommen gibt es teilweise interessante Konstrukte - selbstgezimmerte Brückchen über den Graben oder Treppchen um über die Leitplanken zu kommen.
Manchmal führt die E80 direkt durch den Ort, ein andermal außen herum. In einem Ort säumen die Straße nur Autohändler mit Transportern und den Minibussen. Es fällt auch auf das es hier nur vereinzelt die In-Autos zu sehen sind. Keine Minis oder Fiat 500. Beim Fiathändler steht ein 500er ansonsten nur die Duplos und andere Bus/Vanarten.
Zwischendurch machen wir noch einen "technical stop" da die Funkanlage zickt und Ralf außer Krachen und Rauschen nichts von mir hört. Wir versuchen es einfach mal mit einem Tausch der Anlagen. Dazu Cay und Ayran und die Fahrt kann weitergehen.
Am Meer entlang ist es ziemlich kühl. In Ordu angekommen haben wir das schon allseits bekannte Problem mit dem Finden des Hotels. Allerdings werden wir gleich auf deutsch angesprochen, was wir suchen und ob uns geholfen werden kann. Im Prinzip sind wir richtig, nur wieder auf der falschen Seite. Einmal rum - Ralf biegt brav nach der Beschreibung auch in eine Baustelle ab - ich nicht. Ich bin überzeugt das es einen leichteren Weg geben muss. Tut es nicht - ich drehe eine große Runde bis ich wieder vor der Baustelle stehe und Ralf auf mich wartet. Hotel ist schick, aber gerade im Umbau und von Baustellen umzingelt, ich glaube mit dem Auto hätte ich aufgegeben.
Frischmachen und die Stadt erobern. Aber zuerst im Park am Meer entlang und zur Seilbahn. Mal schauen was die für Preise dafür aufrufen und ob wir fahren wollen. Die Schlange ist lang, wir entscheiden uns lieber für ein Eis. Und nun in die Stadt, verwinkelt, lustig, viele Leute, die Strassen und Fußgängerzone ist voll.
Hier komme ich mir nicht so beobachtet vor, so als Frau ohne Kopftuch. Hier sind die Frauen schick mit und ohne Kopftuch und auch alleine unterwegs ohne das jemand dem besondere Beachtung schenkt. Allerdings fühle ich mich ein wenig wie ein häßliches Entlein. Aber wenn man packtechnisch etwas eingeschränkt ist, dann ist halt Cargohose und T-Shirt nur das was ich habe.
Ich fange mir einen Iskender Tavuk, Ralf will lieber im hoteleigenen Jazzpub wieder Pasta. Die Pasta ist wohl lecker, dazu noch einen Schäfersalat, ich gönne mir nur einen alkoholfreien Cocktail. Leider ist mir etwas schattig und der Kellner nervt mich mit seinem hin-und hergegehe - wie ein Gefängniswärter. Vorallem knarzt der Boden bei jedem Schritt. Bevor ich ganz grantig werde verziehen wir uns.
Hier geraten wir auch in eine Trafik-Control. Erst wollen sie den Führerschein. Es wird darin eifrigst geblättert, Bildchen und Buchstaben verglichen. Dann wollen sie noch den Fahrzeugschein. Wieder wird gerätselt welche Angabe was ist, aber alles in Ordnung und wir dürfen weiterfahren.
Die D010 ist ausgebaut wie eine Autobahn, oft genug queren Fussgänger diese. Um über den Graben zwischen den beiden Fahrtrichtungen zu kommen gibt es teilweise interessante Konstrukte - selbstgezimmerte Brückchen über den Graben oder Treppchen um über die Leitplanken zu kommen.
Manchmal führt die E80 direkt durch den Ort, ein andermal außen herum. In einem Ort säumen die Straße nur Autohändler mit Transportern und den Minibussen. Es fällt auch auf das es hier nur vereinzelt die In-Autos zu sehen sind. Keine Minis oder Fiat 500. Beim Fiathändler steht ein 500er ansonsten nur die Duplos und andere Bus/Vanarten.
Zwischendurch machen wir noch einen "technical stop" da die Funkanlage zickt und Ralf außer Krachen und Rauschen nichts von mir hört. Wir versuchen es einfach mal mit einem Tausch der Anlagen. Dazu Cay und Ayran und die Fahrt kann weitergehen.
Am Meer entlang ist es ziemlich kühl. In Ordu angekommen haben wir das schon allseits bekannte Problem mit dem Finden des Hotels. Allerdings werden wir gleich auf deutsch angesprochen, was wir suchen und ob uns geholfen werden kann. Im Prinzip sind wir richtig, nur wieder auf der falschen Seite. Einmal rum - Ralf biegt brav nach der Beschreibung auch in eine Baustelle ab - ich nicht. Ich bin überzeugt das es einen leichteren Weg geben muss. Tut es nicht - ich drehe eine große Runde bis ich wieder vor der Baustelle stehe und Ralf auf mich wartet. Hotel ist schick, aber gerade im Umbau und von Baustellen umzingelt, ich glaube mit dem Auto hätte ich aufgegeben.
Frischmachen und die Stadt erobern. Aber zuerst im Park am Meer entlang und zur Seilbahn. Mal schauen was die für Preise dafür aufrufen und ob wir fahren wollen. Die Schlange ist lang, wir entscheiden uns lieber für ein Eis. Und nun in die Stadt, verwinkelt, lustig, viele Leute, die Strassen und Fußgängerzone ist voll.
Hier komme ich mir nicht so beobachtet vor, so als Frau ohne Kopftuch. Hier sind die Frauen schick mit und ohne Kopftuch und auch alleine unterwegs ohne das jemand dem besondere Beachtung schenkt. Allerdings fühle ich mich ein wenig wie ein häßliches Entlein. Aber wenn man packtechnisch etwas eingeschränkt ist, dann ist halt Cargohose und T-Shirt nur das was ich habe.
Ich fange mir einen Iskender Tavuk, Ralf will lieber im hoteleigenen Jazzpub wieder Pasta. Die Pasta ist wohl lecker, dazu noch einen Schäfersalat, ich gönne mir nur einen alkoholfreien Cocktail. Leider ist mir etwas schattig und der Kellner nervt mich mit seinem hin-und hergegehe - wie ein Gefängniswärter. Vorallem knarzt der Boden bei jedem Schritt. Bevor ich ganz grantig werde verziehen wir uns.
Mittwoch, 6. Mai 2015
Sonne, Kurven und leere Straßen
Einmal im Bett gedreht und ich als solargesteuertes Modell knurre - viel zu hell. Es ist gerade kurz nach 6h Ortszeit und die Sonne steht schon ein gutes Stück über dem Meer. Aufstehen - Foto knipsen, Ralf ärgern weil er auch den Sonnenaufgang fotografieren wollte, Rollo runter, weiterschlafen. Trotz Rollo immer noch hell und es wird langsam gut kuschlig warm. Ralf verschanzt sich hinter mir das es nicht so hell ist und ich kriege kein Auge zu und lese halt ein bißchen. Irgendwann nach 8h entscheiden wir uns aufzustehen. Kein Frühstück, ich gönne mir wenigstens einen Caj. Teebeutel und Wasserkocher gibt es auf dem Zimmer. Packen und alles runterschleppen und dann los.
Wir folgen der Empfehlung aus Istanbul und fahren auf der D010 nach Cide. Toll und immer wieder schöne Ausblicke auf das schwarze Meer. In einem kleinen Örtchen bleiben wir stehen und wollen uns etwas beim Bäcker fangen. Während wir absteigen geht einer an uns vorbei, kuckt auf die BMW und sagt ¨Grüß Gott¨ da reißt es uns schon etwas, fehlt noch ein Servus und ich glaube wir sind zuhause. In der Bäckerei holen wir uns Sesamkringel und etwas Brot, und in einer typischen Männerkneipe einen Caj. Da spricht uns der Herr mit dem Grüß Gott fließend auf deutsch an. Er ist aus Westfalen. Wieder dürfen wir unseren Caj nicht bezahlen. Als wir zu den Motorrädern gehen wird Ralf angesprochen mit BMW Super Bike, zumindest sind sich da alle einig. Mich lächelt dafür eine Türkin mit Kopftuch aus dem Laden verstohlen zu und zeigt mir so das sie das gut findet was ich da mache.
Cide ist wohl eine Sommerstadt. Jetzt leer und windig, aber Strand und Parkplätze gibt es hier genügend. Ich bin froh das wir außerhalb der Saison unterwegs sind. Ab hier geht es Richtung Kastamonu. Einfach ein Traum, so gut wie kein Verkehr (habe ich schon erwähnt das ich froh bin nicht in der Saison hier zu sein :)?) von knackigen Strassenbelag den ich aus den Vogesen kenne, reifenverschleißend aber Grip ohne Ende, bis Schotter oder spiegelglatt. Ehrliche fränkische Meinung? Ich hätt net gdacht das hier su grün is. Irgendwie hatte ich von der Türkei ein Bild mit viel Sand, Fels und ziemlich kahl im Kopf. Hier ist es gerade das Gegenteil - total grün, es könnten auch die Alpen sein, oder irgendwo in Frankreich. Vor Kastamonu dann ein Blick auf verschneite Bergspitzen und eine weite Ebene, toll. Wir halten zwar für Fotos an, aber dieses Technicolor Panorama schaffen unsere Kameras beim besten Willen nicht.
Von hier geht es weiter nach Tosya. Hier wird die Landschaft etwas karger und viele Steinbrüche. Bis auf die vielen grünen Flecken kommt das meinem Bild Türkei näher. Ab hier geht es wieder auf die D100. Vier Spuren, viel Verkehr, gut ausgebaut. Perfekt zum fliegen, aber wir halten uns brav an die Limits, obwohl man teilweise Angst hat das ein LKW einen über den Haufen fährt.
In Osmancik haben wir diesmal unsere Unterkunft sofort entdeckt und werden mit einem freundlichen ¨Guten Tag¨ begrüßt. Ralf checkt ein, 4ter Stock - diesmal mit Aufzug. Super. Frisch machen - Stadt erkunden. Ein Spaziergang auf die andere Seite und über eine Hängebrücke zurück. Am Fluß machen wir es uns in einem Cafe gemütlich, trinken Caj und schreiben an unseren Erlebnissen weiter. Ich liege nämlich einen Tag zurück. Ralf sichtet dafür schon die heutigen Fotos. Dann gehts im Hotel aufs Dach ins Restaurant. Ralf gönnt sich nach den fleischlastigen Tagen Pasta mit Pilze und ich das übliche Sis Tavuk. Nachdem ich neugierig bin, im Lokal W-Lan habe und mal die Nachspeisen googlen kann, versuche ich noch mein Glück mit Künefe (Ein gebackenes Dessert aus dünnen Teigfäden (Kadayıf), mit Schafskäse gefüllt, in Zuckersirup getränkt und mit gehackten Pistazien bestreut. Wird mit Kaymak (Milchrahm) serviert.)
Also vom Bild her nicht besonders ansprechend, klingt komisch, ist aber sehr lecker und gehaltvoll. Wieder was gelernt.
Wir folgen der Empfehlung aus Istanbul und fahren auf der D010 nach Cide. Toll und immer wieder schöne Ausblicke auf das schwarze Meer. In einem kleinen Örtchen bleiben wir stehen und wollen uns etwas beim Bäcker fangen. Während wir absteigen geht einer an uns vorbei, kuckt auf die BMW und sagt ¨Grüß Gott¨ da reißt es uns schon etwas, fehlt noch ein Servus und ich glaube wir sind zuhause. In der Bäckerei holen wir uns Sesamkringel und etwas Brot, und in einer typischen Männerkneipe einen Caj. Da spricht uns der Herr mit dem Grüß Gott fließend auf deutsch an. Er ist aus Westfalen. Wieder dürfen wir unseren Caj nicht bezahlen. Als wir zu den Motorrädern gehen wird Ralf angesprochen mit BMW Super Bike, zumindest sind sich da alle einig. Mich lächelt dafür eine Türkin mit Kopftuch aus dem Laden verstohlen zu und zeigt mir so das sie das gut findet was ich da mache.
Cide ist wohl eine Sommerstadt. Jetzt leer und windig, aber Strand und Parkplätze gibt es hier genügend. Ich bin froh das wir außerhalb der Saison unterwegs sind. Ab hier geht es Richtung Kastamonu. Einfach ein Traum, so gut wie kein Verkehr (habe ich schon erwähnt das ich froh bin nicht in der Saison hier zu sein :)?) von knackigen Strassenbelag den ich aus den Vogesen kenne, reifenverschleißend aber Grip ohne Ende, bis Schotter oder spiegelglatt. Ehrliche fränkische Meinung? Ich hätt net gdacht das hier su grün is. Irgendwie hatte ich von der Türkei ein Bild mit viel Sand, Fels und ziemlich kahl im Kopf. Hier ist es gerade das Gegenteil - total grün, es könnten auch die Alpen sein, oder irgendwo in Frankreich. Vor Kastamonu dann ein Blick auf verschneite Bergspitzen und eine weite Ebene, toll. Wir halten zwar für Fotos an, aber dieses Technicolor Panorama schaffen unsere Kameras beim besten Willen nicht.
Von hier geht es weiter nach Tosya. Hier wird die Landschaft etwas karger und viele Steinbrüche. Bis auf die vielen grünen Flecken kommt das meinem Bild Türkei näher. Ab hier geht es wieder auf die D100. Vier Spuren, viel Verkehr, gut ausgebaut. Perfekt zum fliegen, aber wir halten uns brav an die Limits, obwohl man teilweise Angst hat das ein LKW einen über den Haufen fährt.
In Osmancik haben wir diesmal unsere Unterkunft sofort entdeckt und werden mit einem freundlichen ¨Guten Tag¨ begrüßt. Ralf checkt ein, 4ter Stock - diesmal mit Aufzug. Super. Frisch machen - Stadt erkunden. Ein Spaziergang auf die andere Seite und über eine Hängebrücke zurück. Am Fluß machen wir es uns in einem Cafe gemütlich, trinken Caj und schreiben an unseren Erlebnissen weiter. Ich liege nämlich einen Tag zurück. Ralf sichtet dafür schon die heutigen Fotos. Dann gehts im Hotel aufs Dach ins Restaurant. Ralf gönnt sich nach den fleischlastigen Tagen Pasta mit Pilze und ich das übliche Sis Tavuk. Nachdem ich neugierig bin, im Lokal W-Lan habe und mal die Nachspeisen googlen kann, versuche ich noch mein Glück mit Künefe (Ein gebackenes Dessert aus dünnen Teigfäden (Kadayıf), mit Schafskäse gefüllt, in Zuckersirup getränkt und mit gehackten Pistazien bestreut. Wird mit Kaymak (Milchrahm) serviert.)
Also vom Bild her nicht besonders ansprechend, klingt komisch, ist aber sehr lecker und gehaltvoll. Wieder was gelernt.
Dienstag, 5. Mai 2015
Touristische Verschnaufpause nach den Autobahnetappen
Frühstück über den Dächern von Adapazir - deja vu? Der Frühstücksraum
befindet sich im obersten Stock. Da bin ich mal auf ein türkisches Frühstück gespannt. Oh lecker - es gibt Sesam-Kringel, die kenne und mag ich. Dazu mal vorsichtig lustig abgepacktes von dem wir keine Ahnung haben was drin ist. Butter, Frischkäse gut das paßt. Dann verschiedenen Käse, irgendwelche Marmeladen. Super. Ralf versucht sich an diesen und kann überhaupt nicht definieren was es ist. Es ist auch ehr sirupartig - ich probiere - mhmmm Blumen meine ich und dann haben wir auch gleich raus das es irgendwas mit Rosen ist.
Über die D100 geht es nach Duze und von dort Richtung Norden an das schwarze Meer. Wir machen einen kurzen Halt in einem Strassencafe und ordern einen Caj. Zumindest das bekommen wir hin, auf die neugierigen Fragen woher - Nürnberg und München. Was ich erstaunlich finde das Nürnberg immer ehr bekannt ist. Bezahlen dürfen wir die Cajs auch nicht. Nach meiner gestrigen ¨mir gefällts hier nicht - ich will heim¨ Laune, werde ich nur positiv überrascht.
Ab Zonguldak geht es am schwarzen Meer entlang. Der Strassenbelag ist wechselhaft, nur in den Baustellen gibt es Offroad-Passagen. Was ich noch lerne - wenn so ein kleiner Shuttelbus hinter dir ist - einfach Platz machen. Die sind auf jeden Fall schneller. Das Navi will ins Landesinnere - ich überzeuge Ralf das wir noch ein Stückchen weiter am Meer fahren können. In Kilimli winden wir uns über Serpentinen bis nach Calatagz. Der vorherige Ort noch touristisch, hier erinnert mich alles an Resita in Rumänien. Sieht nach Braunkohle-Tagebau und einem Elektrizitätswerk aus, die Strassen von den LKWS stark in Mitleidenschaft gezogen. Tiefe Spurrillen und großteils Schotter. Wenn kein Einheimischer vor uns gefahren wäre, wären wir sicher auf dem Betriebsgelände gelandet. Irgendwann sind wir da durch und die Motorräder haben nun die entsprechende Reisepatina erhalten. Wir stoßen wieder auf eine Hauptverbindungsstrasse und stellen fest, hier ist größeres geplant. Von der Baustelle würde ich auf einen vierspurigen Ausbau schließen.
Dann geht es weiter Richtung Bartin und Ralf wählt kleinste Ortsverbindungsstrassen. Sind alle nicht in meiner Landkarte - aber wenn wundert es bei einem Maßstab 1:800.000. Jetzt direkt nach Amasra. Ralf hat die Koordinaten, sieht irgendwie garnicht nach Pension auf.
Während ich die Hausnummer 29 suche, wird Ralf von einer älteren Dame angesprochen und irgendwie kann er ihr klarmachen was er sucht. Ahaaa - man hätte den Blick ganz nach oben schweifen lassen müssen. Eine riesig blinkende Leuchtreklame und wir haben es nicht gesehen. Die Dame kümmert sich auch gleich darum das die Besitzerin auftaucht. Ralf läßt sich alles zeigen und erklärt mir - wir haben Penthouse - nimm alles auf einmal - du willst ganz sicher nicht zweimal laufen. Okay - Helm, Tasche aus einem Koffer, Tankrucksack, Handtasche mit Tablet und Tastatur, alles so sortieren das ich tragen kann. Zimmerschlüssel - 107 Stufen - ich bin kurz vor Kreislaufkollaps. Das Zimmerchen ist schlicht aber das Ausblick atemberaubend. Ich grinse Ralf an - Sonne ab 5h morgens - volle Ostseite.
Nachdem wir uns frisch gemacht haben, gehen wir die Stadt erobern. Sehr touristisch, aber auch ursprünglich. In einer Strasse sind nur Kneipen in denen Männer Rummikub spielen oder sowas ähnliches. Wir setzten uns in den Sefa Park mit Blick aufs Meer - diesmal Westseite. Genießen Caj und überlegen ob wir bis zum Sonnenuntergang hier sitzen bleiben. Ehr nicht, noch ein bißchen schlendern Souvenirstrasse gefunden, ebenso die Fischlokale. Unsere Wahl fällt auf ein Lokal in dem auch Einheimische sitzen. Ist kein richtiges Restaurant zum lange verweilen, aber okay. Schön die Speisekarte hat Bilder und als Ralf etwas vegetarisches will und nachfragt, gibt es vom Kellner nur zwei Ansagen während er durch die Karte blättert. Er zeigt drauf und sagt ¨yes¨ oder ¨no¨. :) Ralf bestellt Köfte und ich ein Chicken Kebap und einen Shepard Salad für uns zusammen. Klappt und reicht uns. Nachdem die Saison hier noch nicht so richig eröffnet ist und wir keine Bar oder dergleichen ausmachen können, geht es zurück in unser gläsernes Penthouse.
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| Fliegenpilzpoller |
Über die D100 geht es nach Duze und von dort Richtung Norden an das schwarze Meer. Wir machen einen kurzen Halt in einem Strassencafe und ordern einen Caj. Zumindest das bekommen wir hin, auf die neugierigen Fragen woher - Nürnberg und München. Was ich erstaunlich finde das Nürnberg immer ehr bekannt ist. Bezahlen dürfen wir die Cajs auch nicht. Nach meiner gestrigen ¨mir gefällts hier nicht - ich will heim¨ Laune, werde ich nur positiv überrascht.
Ab Zonguldak geht es am schwarzen Meer entlang. Der Strassenbelag ist wechselhaft, nur in den Baustellen gibt es Offroad-Passagen. Was ich noch lerne - wenn so ein kleiner Shuttelbus hinter dir ist - einfach Platz machen. Die sind auf jeden Fall schneller. Das Navi will ins Landesinnere - ich überzeuge Ralf das wir noch ein Stückchen weiter am Meer fahren können. In Kilimli winden wir uns über Serpentinen bis nach Calatagz. Der vorherige Ort noch touristisch, hier erinnert mich alles an Resita in Rumänien. Sieht nach Braunkohle-Tagebau und einem Elektrizitätswerk aus, die Strassen von den LKWS stark in Mitleidenschaft gezogen. Tiefe Spurrillen und großteils Schotter. Wenn kein Einheimischer vor uns gefahren wäre, wären wir sicher auf dem Betriebsgelände gelandet. Irgendwann sind wir da durch und die Motorräder haben nun die entsprechende Reisepatina erhalten. Wir stoßen wieder auf eine Hauptverbindungsstrasse und stellen fest, hier ist größeres geplant. Von der Baustelle würde ich auf einen vierspurigen Ausbau schließen.
Dann geht es weiter Richtung Bartin und Ralf wählt kleinste Ortsverbindungsstrassen. Sind alle nicht in meiner Landkarte - aber wenn wundert es bei einem Maßstab 1:800.000. Jetzt direkt nach Amasra. Ralf hat die Koordinaten, sieht irgendwie garnicht nach Pension auf.
Während ich die Hausnummer 29 suche, wird Ralf von einer älteren Dame angesprochen und irgendwie kann er ihr klarmachen was er sucht. Ahaaa - man hätte den Blick ganz nach oben schweifen lassen müssen. Eine riesig blinkende Leuchtreklame und wir haben es nicht gesehen. Die Dame kümmert sich auch gleich darum das die Besitzerin auftaucht. Ralf läßt sich alles zeigen und erklärt mir - wir haben Penthouse - nimm alles auf einmal - du willst ganz sicher nicht zweimal laufen. Okay - Helm, Tasche aus einem Koffer, Tankrucksack, Handtasche mit Tablet und Tastatur, alles so sortieren das ich tragen kann. Zimmerschlüssel - 107 Stufen - ich bin kurz vor Kreislaufkollaps. Das Zimmerchen ist schlicht aber das Ausblick atemberaubend. Ich grinse Ralf an - Sonne ab 5h morgens - volle Ostseite.
Nachdem wir uns frisch gemacht haben, gehen wir die Stadt erobern. Sehr touristisch, aber auch ursprünglich. In einer Strasse sind nur Kneipen in denen Männer Rummikub spielen oder sowas ähnliches. Wir setzten uns in den Sefa Park mit Blick aufs Meer - diesmal Westseite. Genießen Caj und überlegen ob wir bis zum Sonnenuntergang hier sitzen bleiben. Ehr nicht, noch ein bißchen schlendern Souvenirstrasse gefunden, ebenso die Fischlokale. Unsere Wahl fällt auf ein Lokal in dem auch Einheimische sitzen. Ist kein richtiges Restaurant zum lange verweilen, aber okay. Schön die Speisekarte hat Bilder und als Ralf etwas vegetarisches will und nachfragt, gibt es vom Kellner nur zwei Ansagen während er durch die Karte blättert. Er zeigt drauf und sagt ¨yes¨ oder ¨no¨. :) Ralf bestellt Köfte und ich ein Chicken Kebap und einen Shepard Salad für uns zusammen. Klappt und reicht uns. Nachdem die Saison hier noch nicht so richig eröffnet ist und wir keine Bar oder dergleichen ausmachen können, geht es zurück in unser gläsernes Penthouse.
Montag, 4. Mai 2015
Asien
Die Sonne scheint, aufstehen aber leider kein Frühstück dann also ohne raus. Ralfs Ansage wir tanken auf alle Fälle noch vor der türkischen Grenze. In Svilengrad gibt es eine Tankstelle mit Harley Cafe. Dann muss das halt auch reichen.
Tanken okay - Frühstück ehr dürftig - ein Snickers und ein ehr schlechter Kaffee. Wenn der Tag schon so anfängt. Aber wir sind zumindest um 10h Ortszeit an der bulgarisch-türkischen Grenze. Erst Pass zeigen, dann vorsichtig über einklappbare Nägel, dann rollen wir durch eine Desinfektionwolke hindurch und zum nächsten Häuschen. Von guten 20 Schaltern ist erst einer, dann zwei offen. Passport, Führerschein, grüne Versicherungskarte. Stempel. Nächstes Häuschen - Passport, Führerschein und nun ein Stempel mit händisch eingetragenen Datum. Nachdem ich meinen Klapphelm offen habe sehen die Zöllner mein Micro von der Sprechanlage. Micro - blabla? Blabla sage ich und zeige auf Ralf. Schallendes Gelächter und ich darf weiter. Dann noch Gepäckkontrolle - Ralf darf seine Alubox aufmachen und den Foto rausnehmen und nachdem er alles wieder verräumt hat weiterfahren. Nun darf ich - der Officer dreht eine Runde um mein Motorrad und meint dann Luggage Control. Wenn er meint, ich steig mal freundlich ab. Nachdem über meine Aluboxen der Packsack liegt und mein Tankrucksack eh offen ist, will er ins Topcase reinkucken - das ist easy. Aufgeklappt: Handtasche-Regenkombi-Tablettastatur-Fleecepulli wie immer alles reingestopft. Er fragt noch Narcotica? und ich fange das lachen an und er winkt mich weiter.
Direkt an der Grenze wechseln wir noch Euro in Lira und Ralf fragt nach der Autobahngebühr. PTT im nächsten Ort. So landen wir in Edirne und während ich in der Sonne stehe und warte, versucht Ralf sein Glück. Irgendwann kommt er raus, und will meinen Reisepass. Dann kommt er nochmal - ich soll den Helm abnehmen das dauert länger und er braucht den Fahrzeugschein. Irgendwann ist er wieder da und komplett fertig. Zumindest haben wir jetzt 2 HGS-Aufkleber mit jeweils 30 Lira aufgeladen und dann soll abgebucht werden wenn durch die Kontrollstellen fahren.
Die Fahrt nach Istanbul ist langweilig, und 30 km vor Istanbul ist auf einmal Verkehrsstau. Absolut Hölle und hier gilt eindeutig das Recht des stärkeren. Ich fühle mich erstmal unwohl und irgendwie funktioniert das mit den Kontrollstellen nicht so toll, zumindest löse ich den Alarm aus, aber das ist wohl öfter so, also fahre ich erstmal weiter. Im schlmmsten Fall bekomme ich Post nach Hause oder es gibt Ärger bei der Ausreise. Während wir uns durch den Stau schieben stehen zufällig zwei junge Frauen mit ihrem Auto neben uns und nachdem sie mich als Frau erkannt haben, bekomme ich die Daumen nach oben, breites lachen und SUPER!!! Das finde ich schön. Irgendwann sind wir auf der Brücke über dem Bosporus. Schön finden wir beide das Willkommensschild auf der anderen Seite ¨Willkommen in Asien¨. Nun geht es weiter zu Touratech Istanbul. Päuschen, Kaffee und nette Reisetipps was wir unbedingt fahren müssen. Einfach sehr nett. Einer der Tipps wir sollen heute noch bis Adapazari. Na dann halt wieder auf die Autobahn und weiter.
Blöd das wir für heute kein Zimmer vorgebucht haben. Meine Idee mal bei Burger King anhalten auf der Autobahn, und auf ein freies Wlan hoffen und mal wieder die Örtlichkeiten besuchen. Kein Wlan, die Toiletten sind mit elektronischen Zahlenschlössern gesichert. Ich runzel die Stirn - denke mir aber wenn dann auf dem Beleg wenn du dort was gekauft hast der Code steht ist okay. Ich stehe an, bin sozusagen dran da rennen zwei dicke Jungs rein drängeln sich vor und werden auch gleich prompt bedient. Obwohl sie gerade meine Bestellung aufnehmen wollte. Männerwelt - nicht meine Welt. Ich drehe mich gefrustet um und gehe. Dann lieber noch weiterfahren. McD hat auch kein freies Netz um ein Hotel zubuchen, dann hoffen das wir was im Ort finden.
Mein Laune ist unter dem Nullpunkt - nix zu essen - als Frau gnoriert werden - kein Wlan. Im Ort bleibt Ralf stehen um mal zu fragen wo es ein Hotel gäbe, wir haben uns bei dem Verkehr auf den Gehweg gerettet. Während Ralf fragt kommt ein ältere Herr auf mich zu und reicht mir die Hand mit einem ¨Willkommen¨. Das ist wieder nett, woher wohin, als Ralf dazukommt will er uns helfen, er und ein Freund diskuttieren welches Hotel sie uns empfehlen. Dann kommt noch jemand hinzu der 30 Jahre in Düsseldorf gelebt hat und fragt ob er helfen kann. Einfach schön, am Ende radelt der nette Herr vor während wir mit den BMWs hinterherzockeln und lotst uns so zum Hotel. Ralf geht kucken und ich bewache wieder die Qe. Wir entscheiden uns einzuchecken und so den restlichen Abend zu genießen.
Erst duschen, heute war es teilweise schon ziemlich warm, und dann in die Stadt etwas zum beißen zu fangen. Wir landen in einem lustigen Lokal, wahrscheinlich nicht typisch türkisch aber lecker und schlagartig steigt auch wieder meine Laune. Ich bin ein simples Mädchen, was zu essen und zu trinken und Wlan und ich bin erstmal glücklich.
Im Hotel buchen wir diesmal wieder vor für Amasra am schwarzen Meer, ab dort soll eine fantastische Motorradstrecke am Meer entlangführen.
Tanken okay - Frühstück ehr dürftig - ein Snickers und ein ehr schlechter Kaffee. Wenn der Tag schon so anfängt. Aber wir sind zumindest um 10h Ortszeit an der bulgarisch-türkischen Grenze. Erst Pass zeigen, dann vorsichtig über einklappbare Nägel, dann rollen wir durch eine Desinfektionwolke hindurch und zum nächsten Häuschen. Von guten 20 Schaltern ist erst einer, dann zwei offen. Passport, Führerschein, grüne Versicherungskarte. Stempel. Nächstes Häuschen - Passport, Führerschein und nun ein Stempel mit händisch eingetragenen Datum. Nachdem ich meinen Klapphelm offen habe sehen die Zöllner mein Micro von der Sprechanlage. Micro - blabla? Blabla sage ich und zeige auf Ralf. Schallendes Gelächter und ich darf weiter. Dann noch Gepäckkontrolle - Ralf darf seine Alubox aufmachen und den Foto rausnehmen und nachdem er alles wieder verräumt hat weiterfahren. Nun darf ich - der Officer dreht eine Runde um mein Motorrad und meint dann Luggage Control. Wenn er meint, ich steig mal freundlich ab. Nachdem über meine Aluboxen der Packsack liegt und mein Tankrucksack eh offen ist, will er ins Topcase reinkucken - das ist easy. Aufgeklappt: Handtasche-Regenkombi-Tablettastatur-Fleecepulli wie immer alles reingestopft. Er fragt noch Narcotica? und ich fange das lachen an und er winkt mich weiter.
Direkt an der Grenze wechseln wir noch Euro in Lira und Ralf fragt nach der Autobahngebühr. PTT im nächsten Ort. So landen wir in Edirne und während ich in der Sonne stehe und warte, versucht Ralf sein Glück. Irgendwann kommt er raus, und will meinen Reisepass. Dann kommt er nochmal - ich soll den Helm abnehmen das dauert länger und er braucht den Fahrzeugschein. Irgendwann ist er wieder da und komplett fertig. Zumindest haben wir jetzt 2 HGS-Aufkleber mit jeweils 30 Lira aufgeladen und dann soll abgebucht werden wenn durch die Kontrollstellen fahren.
Die Fahrt nach Istanbul ist langweilig, und 30 km vor Istanbul ist auf einmal Verkehrsstau. Absolut Hölle und hier gilt eindeutig das Recht des stärkeren. Ich fühle mich erstmal unwohl und irgendwie funktioniert das mit den Kontrollstellen nicht so toll, zumindest löse ich den Alarm aus, aber das ist wohl öfter so, also fahre ich erstmal weiter. Im schlmmsten Fall bekomme ich Post nach Hause oder es gibt Ärger bei der Ausreise. Während wir uns durch den Stau schieben stehen zufällig zwei junge Frauen mit ihrem Auto neben uns und nachdem sie mich als Frau erkannt haben, bekomme ich die Daumen nach oben, breites lachen und SUPER!!! Das finde ich schön. Irgendwann sind wir auf der Brücke über dem Bosporus. Schön finden wir beide das Willkommensschild auf der anderen Seite ¨Willkommen in Asien¨. Nun geht es weiter zu Touratech Istanbul. Päuschen, Kaffee und nette Reisetipps was wir unbedingt fahren müssen. Einfach sehr nett. Einer der Tipps wir sollen heute noch bis Adapazari. Na dann halt wieder auf die Autobahn und weiter.
Blöd das wir für heute kein Zimmer vorgebucht haben. Meine Idee mal bei Burger King anhalten auf der Autobahn, und auf ein freies Wlan hoffen und mal wieder die Örtlichkeiten besuchen. Kein Wlan, die Toiletten sind mit elektronischen Zahlenschlössern gesichert. Ich runzel die Stirn - denke mir aber wenn dann auf dem Beleg wenn du dort was gekauft hast der Code steht ist okay. Ich stehe an, bin sozusagen dran da rennen zwei dicke Jungs rein drängeln sich vor und werden auch gleich prompt bedient. Obwohl sie gerade meine Bestellung aufnehmen wollte. Männerwelt - nicht meine Welt. Ich drehe mich gefrustet um und gehe. Dann lieber noch weiterfahren. McD hat auch kein freies Netz um ein Hotel zubuchen, dann hoffen das wir was im Ort finden.
Mein Laune ist unter dem Nullpunkt - nix zu essen - als Frau gnoriert werden - kein Wlan. Im Ort bleibt Ralf stehen um mal zu fragen wo es ein Hotel gäbe, wir haben uns bei dem Verkehr auf den Gehweg gerettet. Während Ralf fragt kommt ein ältere Herr auf mich zu und reicht mir die Hand mit einem ¨Willkommen¨. Das ist wieder nett, woher wohin, als Ralf dazukommt will er uns helfen, er und ein Freund diskuttieren welches Hotel sie uns empfehlen. Dann kommt noch jemand hinzu der 30 Jahre in Düsseldorf gelebt hat und fragt ob er helfen kann. Einfach schön, am Ende radelt der nette Herr vor während wir mit den BMWs hinterherzockeln und lotst uns so zum Hotel. Ralf geht kucken und ich bewache wieder die Qe. Wir entscheiden uns einzuchecken und so den restlichen Abend zu genießen.
Erst duschen, heute war es teilweise schon ziemlich warm, und dann in die Stadt etwas zum beißen zu fangen. Wir landen in einem lustigen Lokal, wahrscheinlich nicht typisch türkisch aber lecker und schlagartig steigt auch wieder meine Laune. Ich bin ein simples Mädchen, was zu essen und zu trinken und Wlan und ich bin erstmal glücklich.
Im Hotel buchen wir diesmal wieder vor für Amasra am schwarzen Meer, ab dort soll eine fantastische Motorradstrecke am Meer entlangführen.
Sonntag, 3. Mai 2015
Weiter Richtung SüdOst
Nachdem ich gestern alles aus meinen Taschen rausgeräumt hatte, versuche ich wieder alles reinzubekommen. Das Zimmer sieht aus wie ein Schlachtfeld, ich ahne schon - ich habe viel zu viel Zeug mit, die Hälfte würde sicher reichen. Vielleicht schaffe ich es noch zu optimieren.
Frühstück - und Abfahrt, Ralf geht nicht gleich auf die Europastrasse sondern hat eine kleine Strasse die paralell zu der noch im Bau befindlichen Autobahn ist. So fahre wir durch einige Baustellen, viel los, selbst am Sonntag bis wir auf der E80 landen. Vor der Grenze tanken wir noch und füllen bei meinem Muli einen halben Liter Öl nach. Kurz dannach ist dann auch schon die Grenze.
Reisepass, Fahrzeugschein, Helm abnehmen, weiterfahren und sich nach der Grenze wieder neu sortieren. Über eine Schnellstrasse geht es weiter bis Sofia. Hier sind wir uns etwas uneins mit dem Navi und der Beschilderung. Beschilderung Istanbul geht wohl quer durch, unsere Navis meinen außen rum. Weil wir den Abzweig verpassen fahren wir auch außenrum, das ist ein Gezockel - und ziemlich viel Polizei die Geschwindigkeit und Überholverbote mit Argusaugen überwachen.
Mehr oder minder langweilig geht es weiter, aber was ich noch vergessen habe zu erwähnen, wir haben tolles Wetter. Vor der bulgarischen Grenze haben wir Handschuhe getauscht und die Fleecepullis ausgezogen.
Irgendwann äußere ich den Wunsch, nachdem sich KFC, McD und Burger King seit Kilometern ankündigen, ein Päuschen und eine Toilette wäre recht. KFC wird ignoriert, BurgerKing ist durch Baustelle von der Autobahn abgeschnitten ebenso wie McD. Aber zum McD kommt man über die nächste Ausfahrt und einer kleinen Strasse durch die Felder. Ralf Kaffee und ich Pommes und Toilette. :)
Kurz hinter Plovdiv geht es auf die Landstrasse, es zieht sich und erinnert an die Strecke Szeged-Mako. Alleen und Felder, Strasse ehr mittelmäßig, erst kurz vor der Grenze sehen wir was geplant ist und kommen auf eine große Autobahn. In Lyubimets haben wir für heute unser Quartier im Hotel Fantasia. Die Motorräder parken heute im Restaurant. Zimmer ist ebenerdig und ich gönne mir wenn schon warmes Wasser im Überfluss eine Haarwäsche.
Nachdem unsere Mopetts bereits im hoteleigenen Restoran stehen, können wir hier auch gleich essen und es auf die Hotelrechung schreiben und morgen mit Kreditkarte zahlen. Alles super. Ralf ist heute schon seit der Landstrasse auf Salat bzw. Tomaten aus, nachdem die Muttchen am Strassenrand fleißig ihr Gemüse verkaufen. Heute gibt es 5 Hähnchenspieße für uns zusammen und für Ralf einen Boss-Salat und für mich einen Shopska. Lecker. Und nachdem wir so direkt um die Ecke von unserem Zimmer dinieren können wir mal ausgiebig schreiben, Fotos von der Kamera rüberladen (okay sind noch nicht viele) und die Tracks sichern bei einer Flasche Traminer.
Einfach ein schöner geruhsamer Abend.
Frühstück - und Abfahrt, Ralf geht nicht gleich auf die Europastrasse sondern hat eine kleine Strasse die paralell zu der noch im Bau befindlichen Autobahn ist. So fahre wir durch einige Baustellen, viel los, selbst am Sonntag bis wir auf der E80 landen. Vor der Grenze tanken wir noch und füllen bei meinem Muli einen halben Liter Öl nach. Kurz dannach ist dann auch schon die Grenze.
Reisepass, Fahrzeugschein, Helm abnehmen, weiterfahren und sich nach der Grenze wieder neu sortieren. Über eine Schnellstrasse geht es weiter bis Sofia. Hier sind wir uns etwas uneins mit dem Navi und der Beschilderung. Beschilderung Istanbul geht wohl quer durch, unsere Navis meinen außen rum. Weil wir den Abzweig verpassen fahren wir auch außenrum, das ist ein Gezockel - und ziemlich viel Polizei die Geschwindigkeit und Überholverbote mit Argusaugen überwachen.
Mehr oder minder langweilig geht es weiter, aber was ich noch vergessen habe zu erwähnen, wir haben tolles Wetter. Vor der bulgarischen Grenze haben wir Handschuhe getauscht und die Fleecepullis ausgezogen.
Irgendwann äußere ich den Wunsch, nachdem sich KFC, McD und Burger King seit Kilometern ankündigen, ein Päuschen und eine Toilette wäre recht. KFC wird ignoriert, BurgerKing ist durch Baustelle von der Autobahn abgeschnitten ebenso wie McD. Aber zum McD kommt man über die nächste Ausfahrt und einer kleinen Strasse durch die Felder. Ralf Kaffee und ich Pommes und Toilette. :)
Kurz hinter Plovdiv geht es auf die Landstrasse, es zieht sich und erinnert an die Strecke Szeged-Mako. Alleen und Felder, Strasse ehr mittelmäßig, erst kurz vor der Grenze sehen wir was geplant ist und kommen auf eine große Autobahn. In Lyubimets haben wir für heute unser Quartier im Hotel Fantasia. Die Motorräder parken heute im Restaurant. Zimmer ist ebenerdig und ich gönne mir wenn schon warmes Wasser im Überfluss eine Haarwäsche.
Nachdem unsere Mopetts bereits im hoteleigenen Restoran stehen, können wir hier auch gleich essen und es auf die Hotelrechung schreiben und morgen mit Kreditkarte zahlen. Alles super. Ralf ist heute schon seit der Landstrasse auf Salat bzw. Tomaten aus, nachdem die Muttchen am Strassenrand fleißig ihr Gemüse verkaufen. Heute gibt es 5 Hähnchenspieße für uns zusammen und für Ralf einen Boss-Salat und für mich einen Shopska. Lecker. Und nachdem wir so direkt um die Ecke von unserem Zimmer dinieren können wir mal ausgiebig schreiben, Fotos von der Kamera rüberladen (okay sind noch nicht viele) und die Tracks sichern bei einer Flasche Traminer.
Einfach ein schöner geruhsamer Abend.
Samstag, 2. Mai 2015
Technische Tücken bei Autobahnfahrten
Irgendwann kurz nach 3 Uhr morgens bin ich wach geworden, die Bar unter uns ist noch geöffnet, die Musik wummert noch. Hätte ich nicht so ein luxuröses Bett würde ich meinen ich bin auf einem Festival hinter der Bühne in einer Dackelgarage.
Decke zusammenrollen weiterschlafen, erst wieder kurz nach 8h mache ich die Auge auf, und Ralf freut sich das ihm jemand die Uhrzeit nennt und er rauchen gehen kann. Nachdem er geklärt hat das es im Hostel Kaffee gibt und wieder ins Zimmer kommt, während ich Wetterbericht sichte und überlege was ich anziehe. Bekommt er auch gleich einen Auftrag von mir, ich drück ihm einige Kuna in die Hand er soll beim Bäcker gegenüber was fangen und ich komme nach.
Es soll keiner behaupten das Autobahnfahrten nur langweilig sind, Mautstellen sorgen stets für Abwechslung und Erheiterung.
Ich entscheide mich für die gleichen Sachen wie gestern, aber bei dem momentanen Sonnenschein erstmal ohne Regenkombi. Kava z mlekom, belegtes Sandvich und ein Schokohörnchen oder so ähnlich. Während er noch seine Zigarette genießt, hüpfe ich zum Konzum um zumindest 2 Limonaden für den Weg zu kaufen. Gestern war auch hier Feiertag, heute morgen absolute Hölle, vorallem als ich mich an der Kasse zwischen zwei Rentnern eingeklemmt finde wo der eine nach Old Spice und der andere nach irgendwas ähnlichen riecht. Leichte Schnappatmung - besser garnicht atmen und hoffen das ich hier schnell rauskomme.
Ralf grinst nur als ich ihm mein Erlebnis im Supermarkt erzähle. Taschen einpackt, Qe aus dem Hof und Abfahrt. Nach keinen 700 m kommt die Info, ich habe beim Bezahlen der Übernachtung meinen Ausweis nicht zurückbekommen. Ups - also nochmal umdrehen und holen. Dann geht es erstmal quer durch Zagreb auf einen Autobahnzubringer. Ticket ziehen - für mich kein Problem, aber Ralf ist immer noch hinter der Schranke. Er hat sich dann gewichtstechnisch ein Auto dazuholen müssen damit ein Ticket rauskommt. Sollte mir das zu denken geben wie schwer ich gerade mit meinem Muli bin, das die Messstelle mich wohl als Auto sieht und ohne weiteres ein Ticket auswirft? Nö lieber nicht, einfach freuen und weiterfahren.
Am Ende der Autobahn gibt es keine Probleme da ja jemand im Kassenhäuschen sitzt. Dann folgt die serbische Grenze, Reisepass rauskramen, ach Fahrzeugschein wollen die auch, noch mehr kramen und dann ist alles gut. Der Zöllner begutachtet die Qe und winkt uns dann durch. Das folgende Stück Strasse erinnert mich an die Reisen mit Papa, tatock tatock tatock macht das Muli auf den alten Strassenstück. Aber es folgt dann wieder eine Bezahlstelle und es geht auf die serbische Autobahn, bis kurz vor Belgrad, hierfür werden gerade 170 Dinar oder 1,50 Euro fällig. Diesmal brauche ich länger. Weil ein Auto sich direkt hinter mich gedrängelt hat können die mein Kennzeichnen nicht lesen, der Autofahrer muss zurücksetzten, dann gibt es Diskussion mit meinem Zettel und das Fensterchen wird geschlossen und ich sitzt mit meinem Euro fufzisch hier. Zweiter Kollege kommt dazu, muss irgendwas in der Kasse entsperren. Fenster geht wieder auf, ich lasse die 1,50 in die Hand fallen, mist das funfzigerle klebt am Handschuh und die andere Hand ist weg als es sich löst und auf die Strasse fällt. Ich quitsche auf, der im Kassenhäuschen schaut runter meint it´s ok und macht die Schranke auf.
Hier geht es weiter auf einer weiträumigen Umfahrung um Begrad, aber leider noch nicht fertig und nun kommt von Ralf die Ansage, er muß kucken ob er seine Kreditkarte wieder eingesteckt hat. Blöd, kein Platz zum anhalten in dieser Baustelle, irgendwann doch eine Parkbucht mit einem Dixiklo. Also raus, und checken ob alles dabei, doch eingepackt - Glück gehabt. Während Ralf prüft, springt auf einmal die Tür von der Toilette auf und ich erschrecke mich, so nach dem Schema - wir sind die einzigen hier, haben die jemanden hier vergessen? Nö ist leer und schwingt wieder zu.
Nach Belgrad geht es wieder auf die Autobahn Richtung Nis. Wieder eine Bezahlstelle, diesmal fahre ich mit Ralf zum Schalter - Knopf gedrückt - kein Ticket kommt raus. Er winkt mich vor, vielleicht mehr Gewicht? Nö hilft auch nix, egal wie oft wir drücken und die Motorräder rangieren, der Sensor meint wir sind nicht da. Hilfeknopf entdeckt gedrückt, da kommt einer angerannt und geht ins Häuschen und läßt uns zwei Tickets so raus und drückt uns diese in die Hand. Ab hier sind es noch gute 200 km bis Nis nur Autobahn. Gewitterwolken begleiten uns, allerdings erst 50 km vor Nis fängt es auch das regnen an, glücklicherweise hört es 10 km vorher auch wieder auf das wir sozusagen trocken ankommen. Das Hotel ist gleich gefunden, und Vladimir der Besitzer läßt uns im Innenhof, dem eigentlichen Cafe parken das die Qe weggesperrt sind.
Schickes Appartment, zwei Zimmer haben wir. Eins mit einem Doppelbett und eins mit einem Einzelbett das wir gleich als Ankleidezimmer besetzen und dort unsere Sachen ausbreiten.
Es ist immer noch etwas schattig, deswegen ziehen wir uns für das Abendessen nicht um und folgen der Empfehlung von Vladimir, zur Kafana Rajko. Wir entscheiden uns für Fleischbällchen, gefülltes Hähnchenfilet und Shopska Salad. Die Fleischbällchen sind fast die teuersten auf der Karte, achso der Preis ist für 10 Stück, wir dürfen sagen wieviel wir wollen. Wir entscheiden uns für 6 Stück. Ralf hat vergessen das es hier keine Beilagen gibt, bzw das diese dazubestellt werden müssen, deswegen wollte ich den Shopska Salad. :) Ralf ordert noch Brot, und gibt mir die Hälfte der Fleischbällchen ab. Somit habe ich eine trennkostmäßige Eiweißmahlzeit. 350 g Hähnchen mit 150g Fleischbällchen. Der Verdauungsspaziergang zum Hotel ist gerade richtig für das gehaltvolle Mahl.
Gute Nacht
Decke zusammenrollen weiterschlafen, erst wieder kurz nach 8h mache ich die Auge auf, und Ralf freut sich das ihm jemand die Uhrzeit nennt und er rauchen gehen kann. Nachdem er geklärt hat das es im Hostel Kaffee gibt und wieder ins Zimmer kommt, während ich Wetterbericht sichte und überlege was ich anziehe. Bekommt er auch gleich einen Auftrag von mir, ich drück ihm einige Kuna in die Hand er soll beim Bäcker gegenüber was fangen und ich komme nach.
Es soll keiner behaupten das Autobahnfahrten nur langweilig sind, Mautstellen sorgen stets für Abwechslung und Erheiterung.
Ich entscheide mich für die gleichen Sachen wie gestern, aber bei dem momentanen Sonnenschein erstmal ohne Regenkombi. Kava z mlekom, belegtes Sandvich und ein Schokohörnchen oder so ähnlich. Während er noch seine Zigarette genießt, hüpfe ich zum Konzum um zumindest 2 Limonaden für den Weg zu kaufen. Gestern war auch hier Feiertag, heute morgen absolute Hölle, vorallem als ich mich an der Kasse zwischen zwei Rentnern eingeklemmt finde wo der eine nach Old Spice und der andere nach irgendwas ähnlichen riecht. Leichte Schnappatmung - besser garnicht atmen und hoffen das ich hier schnell rauskomme.
Ralf grinst nur als ich ihm mein Erlebnis im Supermarkt erzähle. Taschen einpackt, Qe aus dem Hof und Abfahrt. Nach keinen 700 m kommt die Info, ich habe beim Bezahlen der Übernachtung meinen Ausweis nicht zurückbekommen. Ups - also nochmal umdrehen und holen. Dann geht es erstmal quer durch Zagreb auf einen Autobahnzubringer. Ticket ziehen - für mich kein Problem, aber Ralf ist immer noch hinter der Schranke. Er hat sich dann gewichtstechnisch ein Auto dazuholen müssen damit ein Ticket rauskommt. Sollte mir das zu denken geben wie schwer ich gerade mit meinem Muli bin, das die Messstelle mich wohl als Auto sieht und ohne weiteres ein Ticket auswirft? Nö lieber nicht, einfach freuen und weiterfahren.
Am Ende der Autobahn gibt es keine Probleme da ja jemand im Kassenhäuschen sitzt. Dann folgt die serbische Grenze, Reisepass rauskramen, ach Fahrzeugschein wollen die auch, noch mehr kramen und dann ist alles gut. Der Zöllner begutachtet die Qe und winkt uns dann durch. Das folgende Stück Strasse erinnert mich an die Reisen mit Papa, tatock tatock tatock macht das Muli auf den alten Strassenstück. Aber es folgt dann wieder eine Bezahlstelle und es geht auf die serbische Autobahn, bis kurz vor Belgrad, hierfür werden gerade 170 Dinar oder 1,50 Euro fällig. Diesmal brauche ich länger. Weil ein Auto sich direkt hinter mich gedrängelt hat können die mein Kennzeichnen nicht lesen, der Autofahrer muss zurücksetzten, dann gibt es Diskussion mit meinem Zettel und das Fensterchen wird geschlossen und ich sitzt mit meinem Euro fufzisch hier. Zweiter Kollege kommt dazu, muss irgendwas in der Kasse entsperren. Fenster geht wieder auf, ich lasse die 1,50 in die Hand fallen, mist das funfzigerle klebt am Handschuh und die andere Hand ist weg als es sich löst und auf die Strasse fällt. Ich quitsche auf, der im Kassenhäuschen schaut runter meint it´s ok und macht die Schranke auf.
Hier geht es weiter auf einer weiträumigen Umfahrung um Begrad, aber leider noch nicht fertig und nun kommt von Ralf die Ansage, er muß kucken ob er seine Kreditkarte wieder eingesteckt hat. Blöd, kein Platz zum anhalten in dieser Baustelle, irgendwann doch eine Parkbucht mit einem Dixiklo. Also raus, und checken ob alles dabei, doch eingepackt - Glück gehabt. Während Ralf prüft, springt auf einmal die Tür von der Toilette auf und ich erschrecke mich, so nach dem Schema - wir sind die einzigen hier, haben die jemanden hier vergessen? Nö ist leer und schwingt wieder zu.
Nach Belgrad geht es wieder auf die Autobahn Richtung Nis. Wieder eine Bezahlstelle, diesmal fahre ich mit Ralf zum Schalter - Knopf gedrückt - kein Ticket kommt raus. Er winkt mich vor, vielleicht mehr Gewicht? Nö hilft auch nix, egal wie oft wir drücken und die Motorräder rangieren, der Sensor meint wir sind nicht da. Hilfeknopf entdeckt gedrückt, da kommt einer angerannt und geht ins Häuschen und läßt uns zwei Tickets so raus und drückt uns diese in die Hand. Ab hier sind es noch gute 200 km bis Nis nur Autobahn. Gewitterwolken begleiten uns, allerdings erst 50 km vor Nis fängt es auch das regnen an, glücklicherweise hört es 10 km vorher auch wieder auf das wir sozusagen trocken ankommen. Das Hotel ist gleich gefunden, und Vladimir der Besitzer läßt uns im Innenhof, dem eigentlichen Cafe parken das die Qe weggesperrt sind.
Schickes Appartment, zwei Zimmer haben wir. Eins mit einem Doppelbett und eins mit einem Einzelbett das wir gleich als Ankleidezimmer besetzen und dort unsere Sachen ausbreiten.
Es ist immer noch etwas schattig, deswegen ziehen wir uns für das Abendessen nicht um und folgen der Empfehlung von Vladimir, zur Kafana Rajko. Wir entscheiden uns für Fleischbällchen, gefülltes Hähnchenfilet und Shopska Salad. Die Fleischbällchen sind fast die teuersten auf der Karte, achso der Preis ist für 10 Stück, wir dürfen sagen wieviel wir wollen. Wir entscheiden uns für 6 Stück. Ralf hat vergessen das es hier keine Beilagen gibt, bzw das diese dazubestellt werden müssen, deswegen wollte ich den Shopska Salad. :) Ralf ordert noch Brot, und gibt mir die Hälfte der Fleischbällchen ab. Somit habe ich eine trennkostmäßige Eiweißmahlzeit. 350 g Hähnchen mit 150g Fleischbällchen. Der Verdauungsspaziergang zum Hotel ist gerade richtig für das gehaltvolle Mahl.
Gute Nacht
Freitag, 1. Mai 2015
Österreich-Unterfahrung
65550 km Berglern - Zagreb Big Smile Hostel 66140 km
zwar hat mein Wecker nicht wie sonst um 5 Uhr geklingelt, trotzdem war ich 5:30 wach. Wen ich Ralf jetzt wecke, ist er sicher nicht begeistert. Also erst versuchen weiterzuschlafen, als das nicht funktioniert, lese ich ein bißchen und beobachte die Regenwolken auf dem Wetterradar. Scheint die sind von gestern auf heute schneller geworden, und es schein das auch die Steiermark etwas abbekommen soll.
Irgendwann wacht Ralf auf und ich fange an mich fertigzumachen, da läuft mir meine Mama über den Weg. Sie und Michael wollen nach Wartenberg fahren und schauen ob sie am Tag der Arbeit einen offenen Bäcker finden und uns Brötchen mitbringen. So beginnen wir den ersten Urlaubstag ehr gemächlich, in der Hoffnung das der Regen noch aufhört. Um 11h trödeln wir endlich los. Ralf in seiner neuen BMW-Kombi - GS-Dry, mal schauen ob er trocken bleibt. Ich in meiner Savanna und einer Regenkombi drüber. Außerdem weil ich eine Frostbeule bin sehe ich etwas wie das Michelinmännchen aus. 2 Paar Socken, eine lange Unterhose, und weil ich oben rum friere - langärmliges Funktionshemd, T-Shirt, dünnes Fleece, dicke Fleecejacke, Motorradjacke, Regenjacke. Ich gebe zu die Bewegungsfreiheit ist etwas eingeschränkt. :)
Erst geht es über Landstrassen fast direkte Luftlinie Richtung Österreich, kurz vor Wels schwenken wir auf die Autobahn. Picherl haben wir schon vor einigen Tagen besorgt. Jetzt geht es nach Graz, und ich behalte Recht mit meiner Prophezeiung kurz hinter Wels hört der Regen auf. Die Strassen sind noch nass aber das läßt sich aushalten, unangenehm ist es trotzdem.
Auf dieser Strecke könnte man meinen das Österreich komplett untertunnelt ist, zumindest kann man sich ein bißchen in den Tunnels aufwärmen. Zweimal wird zu der Vignette noch Maut für Tunnels fällig, einmal 5 Euro für den Bosruck, und einmal kurz vor Graz für den Gleinalmtunnel. Ein kurzer Tankstopp und schon geht es weiter. Vor der slowenischen Grenze verlassen wir die Autobahn und schwenken auf die Landstrasse. Für die knappen 100 km durch Slowenien haben wir uns die Vignette gespart und so fahren wir durch Maribor Richtung Zagreb. In Slowenien wird nochmals getankt, ein Espresso und weiter.
Slowenien und Kroatien kontrollieren an der Grenze. Als Motorradfahrer kann man so den ganzen Verkehr aufhalten. Leerlauf, Handschuhe runter, im Tankrucksack nach dem Ausweis kramen, und wenn man den gleich wieder zurückbekommt, die klammen Finger wieder in die Handschuhe, sich mit dem Gummibündchen der Regenjacke rumärgern wenn man versucht dies über die Handschuhe zu ziehen damit das Wasser nicht von oben reinläuft. Freundlich winken und dann weiterfahren.
Kurz über Funk geklärt ob nun Autobahn und streckenabhängig zahlen oder weiter auf der Landstrasse. Nachdem die finsteren Wolken die uns schon fast den ganzen Tag begleiten das tröpfeln beginnen, entscheiden wir uns für die Autobahn. Von der Grenze Slo/HR bis zur Stadtautobahn Zagreb sind 3,90 Eur fällig oder 29 Kuna. Das Hostel ist auch schnell gefunden. Endhaltestelle der Strassenbahn und Busbahnhof. Etliches Cafes, aber auch hier ist heute Feiertag. Eingecheckt, die nette Empfehlung entweder in die Stadt fahren oder Pizzeria gegenüber. Das Zimmer das uns zuerst gezeigt wird ist ein Twinroom (putziges Stockbettchen). Ralf fragt ob doch noch ein Doubleroom frei wäre. Mit einem geringen Aufschlag nehmen wir die Ben Hur Suite. Dazu sage ich erstmal nix, da müßt ihr euch selbst ein Bild anhand der Fotos machen.
Auf jeden Fall erstmal das wichtigste:Hunger - schnell umziehen und die Pizzeria stürmen. 2 Pizzen, 2 Espresso, 2 kleine Weinschorlen zusammen 14 Euro inkl. Trinkgeld.
Im Hostel versuchen wir die Badelandschaft, aber den Button Fun können wir nicht entschlüsseln, wahrscheinlich braucht man einen Doktor für die Bedienung dieser Wellnessoase.
So erfrischt geht es noch runter in die Bar und ich bekomme ein ¨Gut-Ankommen-Bier¨ ein schwarzes Karlovac während ich schon mal die ersten Buchstaben in den Computer tippe.
Bilder gibt es nicht so viele, dafür war es mir zu kalt, aber die Suite möchte ich euch nicht vorenthalten.
Mittwoch, 29. April 2015
T-1 vor der großen Reise
Gestern abend habe ich die Aluboxen in der finsteren Tiefgarage an meine Q gehängt.
In der Arbeit heute sind mir noch etliche Sachen eingefallen die ich erledigen muss damit ich in Ruhe fahren kann.
Unter anderen noch die Steuererklärung wegbringen, Wäsche waschen, Wohnung putzen, Müll rausbringen.
Dann die Taschen runterbringen und hoffen das sie in die Alukisten reinpassen und ich nicht zuviel stopfen muss.
Wetterprognose: gemeldet heute und morgen Regen - na bravo.
Deswegen erst mit dem Auto in die Arbeit und dann umziehen und mit dem Muli weiter.
Regen bis jetzt Fehlanzeige, aber in Erlangen solls laut einer Kollegin wolkenbruchartige Regenfälle geben. Naja ich hoffe auf das besagte Quentchen Gluck das ich heute zumindest trocken bis nach Berglern komme, damit ich morgen nicht mit nassen Sachen starten muss.
Obwohl - eigentlich egal - laut Wetterfilm werden wir auf alle Fälle in D und Teilen von A nass. Aber von Slowenien bis Kroatien können wir trocknen und ich hoffe auf angenehme trockene Temperaturen in Zagreb.
In der Arbeit heute sind mir noch etliche Sachen eingefallen die ich erledigen muss damit ich in Ruhe fahren kann.
Unter anderen noch die Steuererklärung wegbringen, Wäsche waschen, Wohnung putzen, Müll rausbringen.
Dann die Taschen runterbringen und hoffen das sie in die Alukisten reinpassen und ich nicht zuviel stopfen muss.
Wetterprognose: gemeldet heute und morgen Regen - na bravo.
Deswegen erst mit dem Auto in die Arbeit und dann umziehen und mit dem Muli weiter.
Regen bis jetzt Fehlanzeige, aber in Erlangen solls laut einer Kollegin wolkenbruchartige Regenfälle geben. Naja ich hoffe auf das besagte Quentchen Gluck das ich heute zumindest trocken bis nach Berglern komme, damit ich morgen nicht mit nassen Sachen starten muss.
Obwohl - eigentlich egal - laut Wetterfilm werden wir auf alle Fälle in D und Teilen von A nass. Aber von Slowenien bis Kroatien können wir trocknen und ich hoffe auf angenehme trockene Temperaturen in Zagreb.
Dienstag, 28. April 2015
Überraschung per Post
Aus der Arbeit heimgekommen, Briefkasten - Umschlag? Hab ich was bestellt? Während ich in den dritten Stock stiefle reisse ich den Umschlag auf. Neugier pur.
Motorrad-Abenteuer mit einem Post-It "Seite 60". Gleich aufschlagen und da ist doch tatsächlich ein Artikel über meinen Reiseblog.
Freut mich das dieser so gut ankommt und mein lockerer Schreibstil gefällt.
Danke an Katharina Pütz :)
Motorrad-Abenteuer mit einem Post-It "Seite 60". Gleich aufschlagen und da ist doch tatsächlich ein Artikel über meinen Reiseblog.
Freut mich das dieser so gut ankommt und mein lockerer Schreibstil gefällt.
Danke an Katharina Pütz :)
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| Quelle: Motorrad Abenteuer Mai/Juni 2015 |
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