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Mittwoch, 29. Mai 2019

Palermo - Agrigento

Nach einem tollen Frühstück und einem langen sehnsüchtigen Blick auf die Badewanne mit den Löwenfüssen verabschieden wir uns von Palermo. Einmal quer durchs Verkehrsgewusel durch und  Richtung Marsala, auf dem Weg dorthin immer wieder kleine Straßen und eine tolle Landschaft.

Als wir Sam Giovanni Jato passieren, erklärt Ralf erstmal Caffè und zweitens Coppola. Stimmt haben wir ja zuhause gekuckt, hier werden die Coppolas gefertigt. Allerdings konnten wir keine Adresse ermitteln. Im Café befrage ich nochmal Google.

Diesmal gibt es eine Adresse für Tanto di Coppola, okay, diese Straße kennen unsere Navis nicht, aber ich setze fröhlich einen Punkt und so rollen wir dahin und hoffen das es ein Schild gibt.

Super, wir finden die Manufaktur am Ende des Gewerbegebietes.
Wir dürfen rein, und nachdem unsere italienisch Kenntnisse nicht so toll sind, wird jemand aus der Näherei geholt der englisch spricht. Ein junger Mann aus Ghana ist hier unser Retter. Die beiden Damen lachen sehr herzlich als übersetzt wird das Ralf eine "bello" also eine schöne Mütze will. Die die gefällt, passt nicht ganz, wie lange wir denn bleiben, sie würden diese dann für Ralf anfertigen. Leider haben wir nicht so viel Zeit, also wird die nicht passende in der Nähstube passend gemacht. Mich grinst noch ein anderes Mützchen mit Blumen an, die darf auch mit. Ein Blick in die Nähstube und die Erklärung das sie auch nach Auftrag fertigen, Mütze im gleichen Stoff wie ein Mantel und dergleichen. Sie zeigen uns einen tollen Brokatmantel der nun eine passende Mütze bekommen soll.




Der Regen hat mittlerweile wieder aufgehört. Die Ladies verabschieden sich in die Mittagspause und wir düsen weiter Richtung Küste. Marsala war der Plan, wir kommen zwar dort vorbei aber wieder so ein lustiges Städtchen mit Stadtmauer und ZTL. Bei den Temperaturen haben wir keine Lust und fahren weiter. Zumindest gönnen wir uns in einer Bar noch Caffè und Arancini zur Stärkung. Wir befragen booking und buchen uns in ein B&B in Agrigento ein. Es ist Mittagszeit und alles hat zu, sogar der Bäcker gegenüber. Natürlich auch der Weinladen die etwas weiter. Ich wollte doch ein Fläschchen Marsala kaufen. Also keine trinkbaren Souvenirs sondern einfach nur weiter. Hier ist erstmal ziemlich flaches Land, es wird erst besser als wir wieder mehr ins Landesinnere trudeln. Ich hatte ja vorher zuhause schon ein paar Strecken geplant, Ralf ist etwas schockiert das ich die paar Kilometer knapp verdreifacht habe und so würden wir erst nachts ankommen. Also dürfen unsere Zumos wieder selbst die Route festlegen.

Irgendwo auf Sizilien


Das machen sie auch ziemlich gut, nur in Agrigento zweifel ich ein bisschen wohin wir gelotst werden. Ja – die Italiener bauen tolle Städtchen, meist am Berg/Hügel oder dergleichen. So geht es erst durch Häuserschluchten und dann eine Einbahnstraße mit 90 Grad Kurve und hier brauchen wir nun einen Parkplatz. Obwohl wir mit den breiten GSen nicht das Gardeformat einer Vespa haben, schaffen wir es ein vorübergehendes Plätzchen zu finden. Während ich mich auf Steinstufen setzte und den Verkehr beobachte, bei der 90 Grad-Kurve mussten tatsächlich ein paar zurücksetzen, sucht Ralf unsere Unterkunft. Gleich um die Ecke. Aber erstmal ein Parkplätzchen suchen. Hmmm es gibt Parkplätze, aber blau also kostenpflichtig. So stellen wir uns an den Rand direkt in diese Kurve. Abladen, Sachen in den zweiten Stock bringen. Nach dem Frischmachen geht es erstmal runter in die Stadt und Suche nach einem Restaurant. Ein bisschen durch die geschlossene Einkaufsstraße, blick auf den griechischen Tempel und ein Abendessen. Dann das ganze wieder zurück und den Berg hoch.


Agrigento


Dienstag, 28. Mai 2019

Mit der Fähre nach Palermo

Nach einem typischen italienischen Frühstück, Kekse und Caffè. Tee habe ich von zuhause mitgenommen und so gibt es erst Tee und dann wird die Cafeteria der Ferienwohnung genutzt.

Ralf möchte noch zum Hafen von La Spezia nachdem wir gestern auch ein U-Boot dort gesichtet haben. Leider alles hinter einer hohen Mauer, keine Chance einen genaueren Blick darauf zu werfen. So fahren wir weiter Richtung Carrara. Erst fahren wir Richtung Cave di Carrara und dann gehen uns die Schilder aus, so landen wir nur bei einem Steinmetz mit einem Bähnchen auf Marmorblöcken. Aber es gibt natürlich einen kleinen Souvenirshop und ein paar Kleinigkeiten dürfen mit.

Der Himmel hält sich bedeckt, aber es regnet nicht, somit alles gut. Auf der Suche nach Mittagessen landen wir im Il Cascinale hier gibt es wieder ein Mittagsmenu für kleineres Geld und es scheint gut zu sein da auch die örtlichen Medicos mit ihrem Krankenwagen hier einkehren.


Da Lucca quasi auf dem Weg liegt, machen wir einen Abstecher dorthin, wir müssen erst am Abend in Livorno am Hafen sein. Lucca ist ein schönes Städtchen wie so viele in Italien. Die Motorräder bleiben vor der Stadtmauer stehen und wir schlendern bis zur Chiese San Michele und gönnen und einen Caffè. Auf dem Weg nach Livorno entere ich noch einen Supermarkt und decke mit Wasser und Keksen für die Fähre ein.
Lucca
Lucca

In Livorno gönnen wir uns noch einen Abendessensnack in Form von einem großen Pannino und dann fahren wir schon Richtung Hafen.
Oha – hier ist aber viel los. Das kommt daher das zwei Fähren um ungefähr die gleich Zeit abfahren von Grimaldi Lines. Einmal nach Olbia und nach Palermo. Am Anfang werden wir vorbei gewunken und als wir uns über einen Zebrastreifen vorbeiquetschen werden wir auch gleich prompt angemault. So müssen wir erstmal stehen bleiben.
Erst fragt einer wohin und auf unsere Antwort Palermo meint er, wir sollen warten bis ein Teil der Olbiafahrzeuge weg ist. Etwas später fragt der nächste, und fängt an für uns einen Weg freizumachen da wir wohl falsch stehen. Einmal rum, zwischen den Autos durch und dann sehen wir noch andere Motorradfahrer die auch nach Palermo wollen.
Die haben allerdings schon so weiße Pappel auf der Scheibe. Als es das regnen anfängt wird alles etwas schneller. Es kommt ein Ordner vorbei und wundert sich warum wir keinen weißen Pappel haben. Kurz ins Funkgerät etwas gesprochen und paar Minuten kommt einer mit einem Scanner vorbei. Jetzt will einer mal tatsächlich sehen das wir ein Ticket haben. Wir werden online eingecheckt und bekommen den Pappel aufs Motorrad. Gerade rechtzeitig, der Regen wird heftiger und die Tore öffnen sich.
Es geht tief nach unten und dann dürfen sich die Motorräder in einen Durchgang stellen. Verzurren muss man selbst nicht. Ausladen was man mitnehmen will. Dann werden wir erst rauf geschickt, und wieder eins runter damit wir erfahren wo wir untergebracht sind und unsere Schlüsselkarten bekommen. Viererkabine nur für uns alleine, und genau in der Mitte mit Blick auf den Bug.

Ab 20h durften wir auf die Fähre, jetzt schüttet es. Wir laufen ein bisschen rum, ablegen sollen wir um 23:30. Aber uns fallen schon vorher die Augen zu. Da wir es nicht schaffen die Klimaanlage auszuschalten, klappt Ralf das Bett über ihn runter, damit es nicht auf ihn zieht.



Es ist kurz nach 3h morgens, irgendwas quietscht gotterbärmlich, ich kann bei Konzerten schlafen, aber dieses quietschen macht mich narrisch. Vorsichtig taste ich mich durch die Kabine, und stelle fest, es ist das obere Bett. Wenn nicht belastet quietscht es, sobald ich mich daran festhalte oder abstütze, hört es sofort auf. Als ich versuche das Bett wieder hochzuklappen wacht Ralf auf. Nach meiner Erklärung macht er Licht an und hilft das Bett wieder zu verstauen.
Ich schaffe es wieder einzuschlafen.

Aufstehen, ein paar Kekse zum Frühstück deklarieren und dann oben auf dem Deck sich einen Espresso gönnen. Wir vertrödeln den Tag mehr schlecht als recht. Mittags gehen wir in das Self Service Restaurant, war okay aber auch nur okay. Als wir es uns im Sitzbereich gemütlich machen und am PC arbeiten, werden wir irgendwann rausgeworfen – sie wollen dort putzen und aufräumen. Dieser Bereich wird auch nicht mehr geöffnet für den restlichen Tag.

Warten, warten und warten
Kurz nach 16:00 sehen wir viele Passagiere mit ihren Taschen einen Platz in der Lounge belegen. Haben wir etwas verpaßt? Eine Deutsche meldet das man aus den Kabinen geworfen wurde, da die Crew putzen will. Das Schiff legt erst um 19h an.... Finden wir gar nicht toll, da dies heißt das wir jetzt schon die Motorradsachen anziehen müssen. Um 17:30 werden wir sehr unfreundlich aus der Kabine vertrieben von einem Herrn der kein Wort englisch spricht oder versteht. So suchen wir uns einen Platz am Boden. Es gibt nämlich in der Lounge nicht genügend Sitzplätze für die Passagiere. Familien mit Kindern stehen oder sitzen irgendwo und warten das wir endlich anlegen und wir raus können.

Angelegt, jetzt werden die unterschiedlichen Parkdecks aufgerufen. War klar, da es sich nicht um eine Rollon/Rolloff-Fähre handelt sind wir die letzten die runterdürfen. Die Motorräder sind auch noch verzurrt. So verlassen wir das Schiff erst kurz vor 20h. Glücklicherweise haben wir unser schickes Hotel schon gebucht und so rollen wir direkt zum Hotel Porta di Castro. Die Motorräder bekommen einen abgesperrten Parkplatz und wir ein Zimmer im Erdgeschoss. Duschen, aufhübschen und wir schlendern gleich zum Bisso Bistro. Wir haben Glück und bekommen auch schnell einen Platz an der Theke obwohl eine Schlange vor der Tür steht.
 
Einfach wieder ein genussvoller Abend.

* * *