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Dienstag, 28. Mai 2019

Mit der Fähre nach Palermo

Nach einem typischen italienischen Frühstück, Kekse und Caffè. Tee habe ich von zuhause mitgenommen und so gibt es erst Tee und dann wird die Cafeteria der Ferienwohnung genutzt.

Ralf möchte noch zum Hafen von La Spezia nachdem wir gestern auch ein U-Boot dort gesichtet haben. Leider alles hinter einer hohen Mauer, keine Chance einen genaueren Blick darauf zu werfen. So fahren wir weiter Richtung Carrara. Erst fahren wir Richtung Cave di Carrara und dann gehen uns die Schilder aus, so landen wir nur bei einem Steinmetz mit einem Bähnchen auf Marmorblöcken. Aber es gibt natürlich einen kleinen Souvenirshop und ein paar Kleinigkeiten dürfen mit.

Der Himmel hält sich bedeckt, aber es regnet nicht, somit alles gut. Auf der Suche nach Mittagessen landen wir im Il Cascinale hier gibt es wieder ein Mittagsmenu für kleineres Geld und es scheint gut zu sein da auch die örtlichen Medicos mit ihrem Krankenwagen hier einkehren.


Da Lucca quasi auf dem Weg liegt, machen wir einen Abstecher dorthin, wir müssen erst am Abend in Livorno am Hafen sein. Lucca ist ein schönes Städtchen wie so viele in Italien. Die Motorräder bleiben vor der Stadtmauer stehen und wir schlendern bis zur Chiese San Michele und gönnen und einen Caffè. Auf dem Weg nach Livorno entere ich noch einen Supermarkt und decke mit Wasser und Keksen für die Fähre ein.
Lucca
Lucca

In Livorno gönnen wir uns noch einen Abendessensnack in Form von einem großen Pannino und dann fahren wir schon Richtung Hafen.
Oha – hier ist aber viel los. Das kommt daher das zwei Fähren um ungefähr die gleich Zeit abfahren von Grimaldi Lines. Einmal nach Olbia und nach Palermo. Am Anfang werden wir vorbei gewunken und als wir uns über einen Zebrastreifen vorbeiquetschen werden wir auch gleich prompt angemault. So müssen wir erstmal stehen bleiben.
Erst fragt einer wohin und auf unsere Antwort Palermo meint er, wir sollen warten bis ein Teil der Olbiafahrzeuge weg ist. Etwas später fragt der nächste, und fängt an für uns einen Weg freizumachen da wir wohl falsch stehen. Einmal rum, zwischen den Autos durch und dann sehen wir noch andere Motorradfahrer die auch nach Palermo wollen.
Die haben allerdings schon so weiße Pappel auf der Scheibe. Als es das regnen anfängt wird alles etwas schneller. Es kommt ein Ordner vorbei und wundert sich warum wir keinen weißen Pappel haben. Kurz ins Funkgerät etwas gesprochen und paar Minuten kommt einer mit einem Scanner vorbei. Jetzt will einer mal tatsächlich sehen das wir ein Ticket haben. Wir werden online eingecheckt und bekommen den Pappel aufs Motorrad. Gerade rechtzeitig, der Regen wird heftiger und die Tore öffnen sich.
Es geht tief nach unten und dann dürfen sich die Motorräder in einen Durchgang stellen. Verzurren muss man selbst nicht. Ausladen was man mitnehmen will. Dann werden wir erst rauf geschickt, und wieder eins runter damit wir erfahren wo wir untergebracht sind und unsere Schlüsselkarten bekommen. Viererkabine nur für uns alleine, und genau in der Mitte mit Blick auf den Bug.

Ab 20h durften wir auf die Fähre, jetzt schüttet es. Wir laufen ein bisschen rum, ablegen sollen wir um 23:30. Aber uns fallen schon vorher die Augen zu. Da wir es nicht schaffen die Klimaanlage auszuschalten, klappt Ralf das Bett über ihn runter, damit es nicht auf ihn zieht.



Es ist kurz nach 3h morgens, irgendwas quietscht gotterbärmlich, ich kann bei Konzerten schlafen, aber dieses quietschen macht mich narrisch. Vorsichtig taste ich mich durch die Kabine, und stelle fest, es ist das obere Bett. Wenn nicht belastet quietscht es, sobald ich mich daran festhalte oder abstütze, hört es sofort auf. Als ich versuche das Bett wieder hochzuklappen wacht Ralf auf. Nach meiner Erklärung macht er Licht an und hilft das Bett wieder zu verstauen.
Ich schaffe es wieder einzuschlafen.

Aufstehen, ein paar Kekse zum Frühstück deklarieren und dann oben auf dem Deck sich einen Espresso gönnen. Wir vertrödeln den Tag mehr schlecht als recht. Mittags gehen wir in das Self Service Restaurant, war okay aber auch nur okay. Als wir es uns im Sitzbereich gemütlich machen und am PC arbeiten, werden wir irgendwann rausgeworfen – sie wollen dort putzen und aufräumen. Dieser Bereich wird auch nicht mehr geöffnet für den restlichen Tag.

Warten, warten und warten
Kurz nach 16:00 sehen wir viele Passagiere mit ihren Taschen einen Platz in der Lounge belegen. Haben wir etwas verpaßt? Eine Deutsche meldet das man aus den Kabinen geworfen wurde, da die Crew putzen will. Das Schiff legt erst um 19h an.... Finden wir gar nicht toll, da dies heißt das wir jetzt schon die Motorradsachen anziehen müssen. Um 17:30 werden wir sehr unfreundlich aus der Kabine vertrieben von einem Herrn der kein Wort englisch spricht oder versteht. So suchen wir uns einen Platz am Boden. Es gibt nämlich in der Lounge nicht genügend Sitzplätze für die Passagiere. Familien mit Kindern stehen oder sitzen irgendwo und warten das wir endlich anlegen und wir raus können.

Angelegt, jetzt werden die unterschiedlichen Parkdecks aufgerufen. War klar, da es sich nicht um eine Rollon/Rolloff-Fähre handelt sind wir die letzten die runterdürfen. Die Motorräder sind auch noch verzurrt. So verlassen wir das Schiff erst kurz vor 20h. Glücklicherweise haben wir unser schickes Hotel schon gebucht und so rollen wir direkt zum Hotel Porta di Castro. Die Motorräder bekommen einen abgesperrten Parkplatz und wir ein Zimmer im Erdgeschoss. Duschen, aufhübschen und wir schlendern gleich zum Bisso Bistro. Wir haben Glück und bekommen auch schnell einen Platz an der Theke obwohl eine Schlange vor der Tür steht.
 
Einfach wieder ein genussvoller Abend.

* * *

Sonntag, 26. Mai 2019

Cinque Terre - La Spezia

Corniglia
Nachdem wir am Morgen erstmal durch das Hotel geirrt sind, haben wir Frühstückssaal im Keller gefunden. Wir gönnen wir uns leckeren Cappuccino und typisch italienisch Kuchen und Kekse. Nachdem ich mehrmals die Wetterapp konsultiert habe, entschließen ich mich den Tag ohne Regenkombi zu starten. Es nieselt leicht, und Nebel liegt über der Po-Ebene. Aber kein starker Regen und es fährt sich angenehm durch die vielen Felder.
Grob Richtung Parma und dann weiter am Fluss Taro entlang Richtung Cinque Terre. Am Passo Centocroce fahren wir in den Nebel rein. Umso höher umso dichter. Selbst die entgegenkommenden Motorräder mit Zusatzscheinwerfern erkennen wir erst knapp 50 m vor uns. Ich hänge mich an Ralfs Rücklicht und hoffe das er sieht wohin er fährt. Ich sehe nämlich ziemlich wenig. Aber kaum haben wir die Passhöhe hinter uns, wird es schon besser. In einem kleinen Carrodano halten wir für ein Mittagspäuschen und gönnen uns in der Trattoria La Quiete Pasta.
Ich mit Porcini nachdem wir auf der Strada Del Fungo Porcino unterwegs waren. Ab hier sind es nur noch 20 km bis Monterosso, dem nördlichsten Dorf der Cinqueterre. Wir versuchen unser Glück aber das Sperrschild gut 2 km vor Ortsbeginn lässt uns umdenken. Sind tatsächlich alle Dörfer der Cinqueterre so? Lieber Tourist komm bitte entweder mit einer organisierten Tour oder mit dem Zug? Wir wissen es nicht. Also versuchen wir unser Glück mit dem nächsten Dort. Vernazza, auf halber Strecke entschließen wir uns Cornegilia zu besuchen. Das einzige das nicht direkt am Meer liegt. Hier ist es einfacher. Mit den Motorrädern werden wir einfach reingewunken und es gibt Motorradstellplätze. Somit macht dieses Städtchen mit uns Umsatz. Zumindest gönnen wir uns einen caffe dort.
Hier buchen wir eine Unterkunft in La Spezia. Das Trilogy. Der Weg dorthin ist spannend und das erste mal verpassen wir unsere Abzweigung und dann noch eine Einbahnstraßenrunde durch die Stadt. Unser Host hat uns via WhatsApp Fotos von der Zufahrt geschickt, sehr spannend. Als ich auf einem Parkplatz lande entscheide ich, hier bleibe ich. Ralf stellt sich dazu und meint - eigentlich müssen wir noch ein Stück weiter, und das Mopett passt da durch. Schön - ohne mich. Er versucht es erst zu Fuß. Theoretisch kämen wir da hoch, aber kein Platz zum abstellen oder zum drehen. Gut das ich hiergeblieben bin.
Er meint es ist ein Stückchen zu Laufen, ich soll nur das nötigste mitnehmen. Okay. Das Apartment ist sehr putzig, WiFi-Code ist auch schnell entdeckt. Erstmal frisch machen und dann die Visitenkarten der Restaurants googeln. Das eine klingt gut, ist nicht in La Spezia sondern in unserem Ortsteil La Foce. Das Per Dire. Wir fahren mit Ralfs Motorrad runter und kucken uns die ortsansässigen Lokale an und landen doch im Per Dire. Leckere Pizza, guter Hauswein. Alles ist gut.






Samstag, 25. Mai 2019

Berglern - Ghedi bei Brescia

Ich bin gestern mit meiner Q bei Ralf angekommen, die Ortlieb Taschen runter und dafür die Aluboxen dran. Die Taschen liegen noch draußen und ich weiß schon jetzt das ich wieder zu viel und das falsche dabeihaben werde. Was soll..
Heute frühstücken wir noch gemütlich mit Mama und Michael, anschließend geht es los. Erstmal über die Autobahn bis Holzkirchen und dann über Landstraße nach Österreich. Leider ist die Straße vom Achensee nach Jenbach gesperrt, so fahren wir einen Bogen nach Innsbruck. Hier nochmal kurz tanken und dann auf die Brennerautobahn. Ab Innsbruck brauchen wir kein Pickerl mehr. 9,50 Euro pro Fahrzeug, egal ob Motorrad oder Auto aber es ist der schnellste und kürzeste Weg nach Italien. Natürlich halten wir an der ersten Raststätte in Italien auf der Autobahn für einen caffe. Die Wolken werden immer dunkler und ich ziehe die Regenkombi an. Gute Idee stelle ich ein paar Kilometer später fest. Kurz vor Trento halten wir nochmal kurz an um die Weiterfahrt abzusprechen. Entweder weiter über die Autobahn oder meine ursprüngliche Planung und Trento runter und sich weiter Richtung Westen bewegen und dann am Idrosee nach Süden. Da es Richtung Gardasee finster aussieht, und wir hoffen das es hinter dem nächsten Gebirgkamm weniger regnet, nehmen wir die ursprünglich geplante Variante.
Die Idee war gut, kaum haben wir die Bergkette überquert wird es sonniger. Wunderschöne Strecken, in der Nähe von Nozza noch ein kurzer caffe stop und beratschlagen bis wohin wir heute wollen und kurz booking konsultieren zwecks eines Zimmers. In Ghedi nahe Brescia finden wir das Hotel La Piana. Es ist mittlerweile schon kurz nach 17h. Also jetzt nicht mehr über die kleinen Straßen sondern schnellste. So geht es erst Richtung Salo und weiter Richtung Airport Brescia Montechiari.
Das Hotel liegt direkt an der Hauptstraße direkt neben einem Restaurant und gegenüber einer Caffè Bar. Kaum haben wir eingecheckt und das Zimmer bezogen wird es nochmals richtig finster. Nach etwas frischmachen und gehen wir über die Straße ins La Rosa. Tolles Essen, lauter Einheimische. Ich gönne mit Tagliatelle mit Wildschwein. Ralf hausgemachte Casarecelle mit Fleisch. Dazu ein mezzo litro vin bianco della casa. Und als Nachtisch bestelle ich Salumi Cioccolata. Als wir zurück ins Hotel stolpern, gießt es in Strömen. Aber lieber heute Nacht als morgen tagsüber.

Antipasti
Tagliatelle al cinghiale
Salame di cioccolato