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Sonntag, 3. Oktober 2021

Thessaloniki - Skopje

Wenn man direkt am Kneipenviertel ein Zimmer hat braucht man sich nicht wundern wenn es wenn man schlafen will laut ist. Ich habe das einfach ignoriert, Ralf kennt das ich kann auch bei Konzerten einschlafe. Allerdings hat mich ab halb drei eine Mücke genervt mit ihrem Gesumme und ihren Versuchen Blut zu bekommen. Obwohl mir zu warm ist, wickle ich mich sorgfältig ins Bettlaken damit es keine Angriffsfläche für den Blutsauger gibt. 
Nach dem Aufstehen räumen wir schon mal zusammen, und gehen dann zum Frühstück. Die Auswahl ist gut, aber es gibt nur schwarzen Kaffee aus der Thermoskanne, Cappuccino oder Espresso kosten extra. Sehr schwach in dieser Klasse. Zumindest taugen die Teebeutel. 
Ralfs Cappuccino kommt mit dem Kassenzettel und der Aufforderung zu zahlen, der Kellner ist motzig das wir auch im Hotel zahlen können. Als Ralf gerade bei den Motorrädern ist kommt der Kellner und blafft mich an und fragt nach der Zimmernummer, überrascht gebe ich sie ihm er schnappt sich wieder den Beleg und malt die Nummer drauf. Was soll das? Als ich das Ralf erzähle ist er ebenso genervt. Als er den Cappuccino bezahlt hat, meint er auch das Typ ihn auch nur mit Cash or Card angeblafft hätte. Service geht anders.
Wir packen unsere restlichen Sachen und ziehen die Motorradsachen an und bringen alles runter und verstauen die Sachen. Thessaloniki ist eine tolle Stadt mit Flair aber das Hotel Plaza würden wir nicht nochmal wählen. 
 
Einmal durch die Einbahnstraßen kreiseln und dann Richtung Nordmazedonien. Wir nehmen Neben- oder Paralellstrecken zur Autobahn bis wir endlich auf der EO65 landen. Eine regelrechte Einflugschneise, flache Landschaft und die Strecke ist beidseitig zweispurig ausgebaut. Ralf biegt spontan nach Kilkis ab für einen Caffè. Kilkis ist gute 10 km abseits, egal der Caffè ist lecker. Dann durch Kilkis Seitenstraßen und wir sind wieder auf der EO65. Spannend finden wir das das Navi den Ort Dojrani mit FYROM anzeigt. Eigentlich heißt das das mittlerweile Nordmazedonien. Außerdem gibt es keine Info das wir eine Grenze passieren. Das Kartenmaterial in Griechenland ist dürftig und oftmals einfach falsch, es scheint in Nordmazedonien ist es auch nicht besser. 
 
An der Grenze wählt Ralf versehentlich die Busspur, während ich die Autospur nehme hat sich ein Auto zwischen uns gedrängt. Bei der Einreise nach Nordmazedonien ist Ralf wieder vor mir. Super wir haben einen Grenzer in Ausbildung. Perso, Fahrzeugschein, Grüne Versicherungskarte, Impfzertifikat. Ralf sagt mir per Funk welche Papiere ich schon mal wieder rauskramen soll. Als ich dran bin, bekommt er eins nach dem anderen gereicht. Der Ausbilder steht daneben und kaum hat der Azubi meinen Perso erfasst, wird er angeschnauzt das ich eine Frau bin. Zencina habe ich einwandfrei verstanden. Dann muss der Azubi den Platz räumen und Cheffe macht meine Einreise, in einem Viertel der Zeit wie Ralf rumstand. Wünscht mir noch eine gute Reise und ich kann weiterrollen. 
 
Im ersten Ort Stari Dorjani machen wir eine Mittagpause, etwas Salat, gebackenen Feta und Palatschinken. So gestärkt geht es weiter. Die Navis routen Quatsch zusammen, das wir doch mehrmals kucken und korrigieren da wir nicht Autobahn fahren wollen. Trotzdem fallen wir doch paarmal rein, eigentlich ist die R1102 die alte Straße und man kommt auf dieser direkt nach Skopje, aber die Navis und die Schilder schicken einen immer wieder auf die Autobahn. Wenn man dem Navi die Autobahn wegnimmt fährt er einen Umweg von mehr als 100 km weil er nicht registriert das die R1102 direkt neben der Autobahn läuft. Einfach merken. 
 
Als wir ein Stück auf der Autobahn sind kommen wir über eine Brücke und haben Blick auf eine Ausgrabungsstätte, die hat auch eine eigene Ausfahrt. Nur mal kucken fahren. Der Eintritt sind bescheidene 2 Euro und so gibt es heute wieder alte Steine zum kucken. Leider dürfen wir die Drohne nicht starten. 
Weiter geht es über Veles, auch ein nettes Städtchen (noch eins gemerkt zum näher ankucken) dann auf die Autobahn nach Skopje. Es wird noch 2x Maut fällig aber okay wir wollen nicht so spät angekommen. 
 
Die Sonne geht ja durch die Zeitverschiebung eine Stunde ehr unter. Direkt gefunden und wir werden schon erwartet. Unser Host läuft vor um uns die Platz in der Tiefgarage zu zeigen. Ich muss auf der ersten Ebene anhalten und die Sonnenbrille runterschieben, ziemlich finster hier. Aber Motos stehen save.
 
Etwas frisch machen und dann geht es in die Stadt, im Spotted by locals haben wir uns das Czardak rausgesucht und in der Ecke sind noch mehr Lokale. Aber ich hatte auch die Kantina in Google entdecket gerade 300 m weiter und wir gehen hin zum ankucken und versumpfen hier ein bisschen. WiFi funktioniert und wir überlegen ob wir bis Nis oder weiter fahren. Wenn wir weiter kommen, haben wir übermorgen mehr Zeit in Belgrad. Irgendwann wird es kalt und wir entscheiden uns für den geordneten Rückzug. Dabei kucken wir noch ob wir für morgen früh noch eine Bäckerei finden. Leider nein.

Samstag, 2. Oktober 2021

Leptokarya - Thessaloniki

Ralf ordert ein Frühstück, mir reicht eigentlich erstmal eine große Tasse Tee. Na gut das Müsli klau ich ihm, mag er eh nicht. Das Wetter sieht noch nicht so berauschend aus und es wird in den Bergen wohl nicht so warm sein. Also wieder die Überkombi mit anziehen. 
 
Durch den nächsten Küstenort und dann Richtung Prionia in das Gebirge rauf. Die Strecke ist gut zu fahren, hin und wieder hat man eine Chance auf ein Foto. Es scheint hier doch geregnet zu haben, die Straße ist noch teilweise nass. Es sind so um die 10 Grad. Es ist wenig los - denken wir. 
Kurz vor Prionia revidieren wir unsere Meinung, der Weg ist zugeparkt. 
In der Überzeugung das es für Motorräder immer ein Plätzchen gibt rollen wir die letzten Meter weiter. Eine Runde am Parkplatz gedreht, tatsächlich gibt es keine Ecke in die wir die Motos reinstellen könnten. Die Schranke am Ende der Straße ist leider zu niedrig das wir durchkämen. Also wieder zurück und wir manövrieren die BMWs zwischen die Autos ein Stück weiter unten. Da es nicht so warm ist kommen wir auch nicht ins Schwitzen bei den 100 m etwas bergauf. Hier ist alles was in die Berge will, wanden. Reiten ist auch möglich. Etliche Gruppen stehen rum und sammeln sich oder warten auf einen Guide. 
 
Bergtee vom Olymp
Uns reicht es an der Hütte einen griechischen Bergtee zu bestellen. Lecker und warm, so lecker das ich noch ein Büschel kaufe. Der Versuch einen Geocache zu heben scheitert kläglich aber zumindest ist das Brückchen unter dem er sich verstecken soll sehr dekorativ. Da es eine Sackgasse ist, geht es den gleichen Weg zurück, diesmal mit etwas mehr Fotostopps. Beim Fahren geht mir durch den Kopf das dieser Bergtee gang anders als der aus Meteora aussieht. Später ergoogle ich das der griechische Bergtee endemisch ist und es in verschiedenen Gegenden verschiedene Bergtees gibt. Alle aus der Gattung Sideritis aber halt unterschiedlich. Mein Topcase duftet schon ganz intensiv von meinen Einkäufen. 
 
Wir wollen über die EO1 nach Thessaloniki um die Autobahn zu umgehen. So geht es erst nach Dion für ein Päuschen, in Katerini kennt das Navi Straßen die geplant sind aber noch nicht vorhanden. Als wir uns durch Katerini Richtung EO1 durchgewuselt haben, ist diese gesperrt und wir werden auf die Autobahn geschickt. Egal dann sind wir halt früher dort. Zweimal müssen wir Maut zahlen, insgesamt glaube ich 3 Euro pro Motorrad. 
Dann die Anfahrt zum Hotel, richtig abgebogen aber wo das Navi rechts will ist nur ein Fußweg. Also von der anderen Seite, wir wollen einmal um den Block, das scheitert an einer mehrspurigen Einbahnstraße für uns in der falschen Richtung, Also andersrum, wieder Einbahnstraße falsch rum, aber kein Verkehr zu sehen und wir huschen so rein. Hotel gefunden, während Ralf eincheckt, mache ich einen guten Eindruck und würde im schlimmsten Fall die Motos woanders stellen, aktuell blockieren wir ein bisschen die Straße. 
Ralf kommt wieder raus, er schaut not amused aus. Laut Booking gibt es Parkplätze, die kosten auch extra, das war uns klar, ABER dieser Kooperationspartner der die Parkplätze zur Verfügung stellt, akzeptiert keine Motorräder. Sie meint erst das nicht ihr Problem ist, Ralf macht es kurzerhand zu ihrem mit der Aussage, das wir das Hotel nur aufgrund des Parkplatzes gebucht hätten. So empfiehlt sie uns die Motorräder um die Ecke zu stellen zu den Rollern der Angestellten. Bzw. Ralf stellt um, und ich will den Check-In machen, okay beide Persos will sie, dann die Info das das Zimmer noch nicht fertig ist sondern erst in 25 Minuten. 
Ich soll warten, so mach ich mich in der Lobby auf allen Sitzgelegenheiten breit, Motorradjacke, Helm, Tasche. Als Ralf zurückkommt ist er erstaunt warum ich immer noch in der Lobby sitze. Er fragt ob das ihr ernst sei das das Zimmer noch nicht fertig wäre. Wir holen die restlichen Taschen und oh wunder das Zimmer ist fertig und sie hat uns ein Upgrade gegeben. Bisschen Boden wieder gut gemacht. 
 
Wir beziehen die Suite und machen uns frisch und stürzen uns in Getümmel. Hier ist viel los, Kneipen, Bars, Restaurants und ganz viele tolle Süßigkeiten Läden. Ich will mir Märkte ansehen, entweder nimmer da oder schon zu, wir sind zu spät. Ähnlich geht es Ralf mit ein paar Spotted by Locals Empfehlungen. Aber ein Lokal gibt es noch was uns interessiert und es ist auch gut besucht. Vielleicht für später. Die nächste Empfehlung hat geschlossen. 
 
So tüdeln wir einmal quer durch die Stadt bis zum weißen Turm, wir überlegen eine Schifffahrt zu machen, aber jetzt aufs Boot damit man einen guten Platz hat und es legt erst in 40 Minuten ab, da haben wir keine Lust zu. So laufen wir am Hafen entlang erstmal wieder ins Hotel, noch was überziehen es ist doch etwas kühl geworden. Wir laufen zum Restaurant und werden ganz ungläubig angeschaut das wir ohne Reservierung am Abend einen Tisch wollen. Gut dann nicht. 
 
Dann wieder zum Kneipenviertel direkt bei unserem Hotel. Wir landen im Negroporte, dank Impfnachweis dürfen wir innen, bzw. auf der Terrasse sitzen, außen ist eh alles rappelvoll. Wir bestellen und das Essen ist sehr lecker, der Kellner hilfsbereit und erklärt uns auch was wir auf der Karte nicht verstehen. Dann noch ein kleiner Spaziergang zur alten Hafenanlage und wieder ins Zimmer.